LUXEMBURG
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Hoscheid-Dickt könnte dem „lieu dit“ entwachsen sein

In gleich zwei parlamentarischen Anfragen beschäftigen sich Abgeordnete mit der sprachlichen Dimension der luxemburgischen Landesplanung. Die DP-Abgeordneten André Bauler und Claude Lamberty, wie auch der Piraten-Abgeordnete Marc Goergen sind auf den „Lieu-dit“ Hoscheid-Dickt aufmerksam geworden. In zwei unterschiedlichen vorangegangenen Antworten auf Anfragen wurde „Houschter-Dickt“ als ein „Lieu dit“ bezeichnet. Wobei in der Antwort des Ministers für Mobilität und öffentliche Bauten und des Ministers für Energie und Landentwicklung zugegeben wurde, dass der genannte Ort aufgrund seiner Größe eigentlich zu den Dörfern gezählt werden müsste.

In ihrer Antwort auf die Anfrage der DP-Abgeordneten erläutert Innenministerin Taina Bofferding (LSAP), obliege es dem Katasteramt, das nationale Register der Lokalitäten und Straßen zu pflegen und auf dem Laufenden zu halten. Dies geschehe jedoch auf Basis von Datenbanken, welche von den Gemeindeautoritäten bereit gestellt werden. Die öffentlich zugängliche Liste beinhalte sämtliche Lokalitäten, sowie einen Teil der sogenannten „lieu dits“, welche sich zum größeren Teil aus den topographischen Karten ergeben. Dazu gehören auch solche, die offiziell nicht als Lokalität genannt werden, dort jedoch als Wohnort von Personen dienen können. Seit der Schaffung des Registers würde Hoscheid-Dickt als Lokalität aufgeführt werden.

Für Sicherheit ist gesorgt

Grund für diese Nachfrage beim Piratenabgeordneten ist unter anderem, dass bei den Arbeiten an der N7 keine Umgehungsstraße für Hoscheid-Dickt in Planung sei. Der Minister für öffentliche Bauten, François Bausch (déi gréng), schreibt in seiner Antwort jedoch, dass für die Fußgänger von Hoscheid-Dickt bereits in der Vergangenheit Maßnahmen ergriffen worden seien, welche zu deren Sicherheit beitragen würden. Dazu würden gesicherte Übergänge mit Mittelinsel gehören Weitere Maßnahmen seien nicht vorgesehen, auch weil keine weiteren Probleme gemeldet wurden. Jedoch schreibt der Minister ebenfalls, dass der „Lieu dit“ Hoscheid-Dickt durch das Wachstum auch im Sinne des „Code de la route“ als Lokalität betrachtet werden könnte. Dementsprechend müsste die Geschwindigkeitsbegrenzung auf 50 km/h begrenzt werden, falls dies der Fall sei.

Weiter weiß der Minister zu berichten, dass die Umgehungsstraße Hosingen Fortschritte macht. So seien die Umwelt- und geotechnischen Studien abgeschlossen. Es würden noch dieses Jahr Untersuchungen archäologischer Natur erfolgen. So suche man nach Überresten aus dem Zweiten Weltkrieg. Ein „avant-projet de loi“ soll voraussichtlich Ende Juni entstehen. Bei der Umgehungsstraße Heinerscheid soll das „avant-projet sommaire“ noch diesen Sommer stehen.

Die DP-Abgeordneten fragen sich schließlich, weshalb einige Orte in Luxemburg eine größere Einwohnerzahl als Vianden oder Remich hätten, jedoch im Gegensatz zu den genannten Ortschaften nicht den Titel „Stadt“ tragen würden. Innenministerin Taina Bofferding erläutert, dass es in Luxemburg zwölf gesetzlich bestimmte Städte gebe. Ob eine Lokalität als Stadt gelte oder nicht, obliege dem Gesetzgeber. Dabei spielt die Einwohnerzahl nicht die einzige Rolle. Ökonomische, administrative, politische und kulturelle Faktoren würden hierbei ebenfalls ins Gewicht fallen.