LUXEMBURG
EDY KRIER

Seit er als Fünfjähriger die Bilder von der Mondlandung sah, ist Kameramann und Produzent Edy Krier begeistert von der Weltraumfahrt und hat eine Menge Dokumentarfilme über das Thema produziert. Am Samstagabend  ist im .dok-Kanal ab 22.00 im Rahmen einer Spezialsendung zum 50. Jubiläum der ersten Mondlandung auch ein Film von ihm über die Apollo 11-Mission zu sehen.

„Das wird eine ganz besondere Nacht, denn  .dok bringt nicht nur den Apollo-11-Dokumentarfilm, sondern auch die Filme, die ich über die Mercury- und Gemini-Missionen gemacht habe. Außerdem senden wir exakt um 3.56 – dem Zeitpunkt vor 50 Jahren, als Armstrong und Aldrin als erste Menschen die Mondober-fläche betraten - das Original-Feed der NASA zu diesem historischen
Moment der Menschheitsgeschichte. Als ich das als Fünfjähriger damals noch im Schwarz-Weiß-Fernsehen im deutschen Fernsehen sah, war ich sofort gepackt.

Ich habe seither ziemlich alle Missionen der NASA und auch anderen Weltraumagenturen verfolgt und auch versucht, dabei zu sein. Der für mich prägendste und zugleich erschütterndste  Moment, bei dem ich selbst dabei war, war der Absturz der Challenger-Raumfähre am 28. Januar 1986. Damals war es purer Zufall, dass ich an Ort und Stelle war. Ich war in Florida und hatte mich zwei Tage vor dem Start bei der NASA gemeldet, ohne allzuviel Hoffnung allerdings, dass ich zugelassen würde.

Doch es klappte. Leider wich aber die Freude über diesen Erfolg schnell dem Schock über die Tragödie, die sich da vor meinen Augen abspielte...

Ich konnte über die Jahre gute Kontakte mit der NASA aufbauen und einige Ingenieure und Astronauten kennenlernen, die bei den bemannten Missionen zum Mond dabei waren.

Heute im Internet-Zeitalter kann man sich kaum vorstellen, wie diese komplexen Vorgänge und die notwendigen Ausrüstungen zustande kamen. Die Leute konnten nicht einfach Informationen im Web googeln: Sie mussten ein immenses Wissen mitbringen, damit das, was so leicht und einfach auf dem Bildschirm aussieht, gelingt.

Es ist auch faszinierend diese Menschen zu treffen wegen der Leidenschaft für ihre Aufgaben. Als die bemannten Mondmissionen liefen, ging kaum jemand im Kontrollzentrum nach Hause: die schliefen an Ort und Stelle auf Feldbetten, um zu jeder Zeit einsatzbereit zu sein.

An dem Apollo 11-Film habe ich drei Monate lang gearbeitet. Die Story hatte ich natürlich schon, aber um die Bilder der NASA aufzuarbeiten, das kostet schon viel Mühe. Schon allein, weil die Amerikaner das NTSC–Format hatten,das bei der Konvertierung oft Probleme mit den Farben macht. Ich hoffe natürlich, dass die Zuschauer durch meinen Beitrag viel erfahren werden, was sie noch nicht wussten. Nur etwas werden sie darin nicht finden: die abstrusen Verschwörungstheorien, die seit Jahren im Web zirkulieren und die behaupten, kein Mensch sei bisher auf dem Mond gelandet. Es gibt zahlreiche Satellitenbilder von zurück gelassenem Material und von Spuren auf dem Mond, es gibt dort einen von den Astronauten aufgestellten Spiegel, der regelmäßig von der Erde aus mit Laser anvisiert wird und die Sowjets  hätten sich wohl einen Heidenspaß daraus gemacht, die Amerikaner schlecht aussehen zu lassen, wenn sie nicht hundertprozentig gewusst hätten, wo die Funksignale der Apollo 11-Mission herkamen.“