LUXEMBURG
STELLA KYRIAKIDES

Heute ist Weltkrebstag. Bereits zum 20. Mal werden an diesem Tag Vorbeugung und Behandlung von Krebserkrankungen, sowie deren Erforschung stärker in den Vordergrund gerückt. Der Kampf gegen Krebs ist auch eine der Prioritäten der EU-Kommission, wie Stella Kyriakides, EU-Kommissarin für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, erklärt.

„Krebs ist eine schwere Erkrankung, mit der 40 Prozent der Menschen in der EU irgendwann in ihrem Leben unmittelbar zu tun haben werden. In Luxemburg sterben jedes Jahr mehr als 1.000 Menschen an Krebs. Wenn wir nichts unternehmen, wird sich die Gesamtzahl der Krebsfälle in der EU bis 2035 voraussichtlich verdoppeln. Ein alarmierender Trend, den wir umkehren müssen.

Das durch Krebs verursachte Leid zu verringern, hat für mich als EU-Kommissarin für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit oberste Priorität, ebenso wie für die Kommission von der Leyen. Für mich gibt es nur einen wirklich erfolgversprechenden Weg bei der Krebsbekämpfung: den gemeinsamen, europäischen Weg. Ich sehe ein enormes Veränderungspotenzial, das wir jedoch nur gemeinsam nutzen können, wenn politische Entscheidungsträger, Beschäftigte im Gesundheitsbereich, Patientenvertretungen und die Industrie ihre Anstrengungen bündeln und vor allem auch die Bürgerinnen und Bürger einbeziehen. Heute wissen wir, dass bis zu 40 Prozent der Krebserkrankungen vermeidbar sind. Das zeigt, dass es einen enormen Handlungsspielraum und ein riesiges Potenzial zur Rettung von Menschenleben gibt.

Genau diesen gemeinsamen Handlungsspielraum und dieses Potenzial möchte ich durch den neuen europäischen Plan zur Krebsbekämpfung aktiv nutzen. Damit setzen wir in allen Stadien der Krankheit an, von Prävention über Erkennung, Behandlung, Heilung bis hin zur Palliativversorgung.

Wir müssen dem Krebs besser vorbeugen und ihn früher erkennen. Vorsorge ist immer besser als Heilung und es muss unser wichtigstes Anliegen sein, zu verhindern, dass unsere Bürgerinnen und Bürger überhaupt zu Krebspatienten werden. Wenn wir die Menschen dabei unterstützen, ein gesünderes Leben zu führen – besser zu essen, sich mehr zu bewegen und gleichzeitig weniger zu trinken und nicht zu rauchen –, können wir die Anzahl an Neuerkrankungen senken. Und wenn wir auf einen umfassenderen Impfschutz hinarbeiten und uns beispielsweise auf die Verbesserung der Luftqualität in unseren Städten konzentrieren, können wir weitere Fortschritte erzielen.

Wenn es uns gelingt, den Bürgerinnen und Bürgern die Wichtigkeit von Krebsvorsorgeuntersuchungen und -früherkennung noch deutlicher zu vermitteln, können wir weitere Leben retten. Dazu müssen alle Länder eigene Screening-Programme mit zertifizierten Stellen entwickeln.

Auch wenn wir uns schwerpunktmäßig dafür einsetzen sollten, dass die Menschen gar nicht erst an Krebs erkranken, müssen wir auch gewährleisten, dass bereits betroffene Personen – und ihre Angehörigen – die Unterstützung und Versorgung bekommen, die sie benötigen. Dazu zählt das grundlegende Recht auf gleichberechtigten Zugang zu medizinischer Versorgung und innovativen Behandlungsmethoden.

Mit dem Ende der Behandlung ist das Thema Krebs für die Betroffenen jedoch noch nicht abgeschlossen. Wer die Erkrankung überlebt oder mit ihr lebt, braucht wieder Struktur und Sicherheit im Leben. Die Betroffenen sollten nicht diskriminiert, stigmatisiert oder an der Rückkehr an den Arbeitsplatz gehindert werden. Es gibt viel zu tun. Gemeinsam können wir den Krebs zurückdrängen. Gemeinsam erreichen wir mehr.“