LUXEMBURG
JK

In der Hauptstadt wurde an die Selbstverbrennung von Jan Palach vor 50 Jahren erinnert

Vor 50 Jahren, am Nachmittag des 16. Januar 1969, stand der tschechoslowakische Student Jan Palach (1948-1969) bei der Treppe des Nationalmuseums am Prager Wenzelsplatz, legte seinen Mantel und seine Aktientasche am Rande des Brunnens ab, übergoss sich mit dem Inhalt eines Benzinkanisters und entzündete ein Streichholz. Palach stand augenblicklich am ganzen Körper in Flammen und rannte auf den Wenzelsplatz hinaus. Knapp fünf Monate nach dem Einmarsch der Truppen des Warschauer Pakts in die Tschechoslowakei, protestierte Palach damit gegen die Niederschlagung des Prager Frühlings und gegen das Diktat der Sowjetunion. Er wollte ein Zeichen setzen gegen die Rücknahme der Reformen der Regierung Alexander Dubceks und die daraus folgende Lethargie und Hoffnungslosigkeit der tschechoslowakischen Öffentlichkeit. Drei Tage später, an 19. Januar 1969, sollte Palach seinen schweren Verletzungen erliegen.

Die Erinnerung aufrechterhalten

Am gestrigen Spätnachmittag gedachte der tschechische Botschafter in Luxemburg, Petr Kubernát während einer Gedenkfeier anlässlich des 50. Jahrestags der Selbstverbrennung von Palach am Square Jan Palach im Herzen der Hauptstadt. Nachdem der Botschafter an der, an Palach und seine Tat erinnernde Gedenktafel zusammen mit Stadtschöffin Isabel Wiseler-Lima Blumen niederlegt hatte, wies Kubernát darauf hin, dass „Jan Palach eine große Persönlichkeit Tschechiens ist“.

Dem Land und der Stadt Luxemburg dankte der Redner dafür, die Erinnerung an Jan Palach aufrechtzuerhalten. Leuten wie Palach sei es unter anderem zu verdanken, dass „wir uns heute in Europa frei bewegen können“. Das müsste man heute vor allem der Jugend nahebringen. Stadtschöffin Isabel Wiseler-Lima sagte, dass die Tat von Jan Palach vor 50 Jahren in Luxemburg-Stadt große Aufregung hervorgerufen hat. Ihrer Meinung nach hat Jan Palachs Tat nach wie vor große Bedeutung für Europa, das sich heute an „einem Wendepunkt seiner Geschichte“ befinde.

Im Auditorium des „Cercle Cité“ nahmen anschließend Colette Flesch, Anne-Marie Zurn und Tom Krieps kurz Stellung zu den Ereignissen von vor 50 Jahren und ihre Auswirkungen in Luxemburg, bevor ein Film über Jan Palach vorgeführt wurde.