LUXEMBURG
SOPHIE SCHAUL

Krieg, Verfolgung und Klima werden oft als Gründe für eine Flucht genannt. Übersehen wird oft, dass mangelnde Nahrungssicherheit die Menschen dazu zwingen kann, ihre Heimat zu verlassen. Sophie Schaul von partage.lu erläutert uns die Hintergründe und erklärt, wie man helfen kann:

„Die Presse berichtet fast täglich von Menschen, die gezwungen sind, ihr Zuhause zu verlassen. Ende 2018 sind etwa 70,7 Millionen Menschen weltweit auf der Flucht. 25,9 Millionen dieser Menschen flüchten aus ihrer Heimat wegen Konflikten, Verfolgung oder schweren Menschenrechtsverletzungen. 41,3 Millionen sind sogenannte Binnenvertriebene, also Menschen, die innerhalb ihres Landes auf der Flucht sind. Entgegen der weitverbreiteten Annahme, dass sich die meisten Flüchtlinge in Europa konzentrieren, befinden sich ‚nur‘ 3,5 Millionen als Asylsuchende in europäischen Ländern. Etwa 80 Prozent der Flüchtlinge leben nämlich in den Nachbarländern ihrer Heimatstaaten (Quelle: UNHCR – Hoher Flüchtlingskommissar der UN).

Die meisten Menschen fliehen aufgrund mehrerer voneinander abhängigen Faktoren, wobei Hunger oft eine zentrale Rolle spielt. Hunger kann sowohl Ursache als auch Folge von Flucht und Vertreibung sein. Jedenfalls ist Hunger eine andauernde Gefahr, die das Leben zahlreicher Menschen bedroht.

Laut der FAO, der UN Organisation für Ernährung und Landwirtschaft, leiden zurzeit immer noch mehr als 800 Millionen Menschen, also etwa elf Prozent der Weltbevölkerung, an Hunger. Außerdem leiden fast zwei Milliarden Menschen – fast ein Drittel der Weltbevölkerung – an dem sogenannten ‚versteckten Hunger‘, weil ihnen lebenswichtige Vitamine und Mineralien fehlen. Dabei könnte die globale Landwirtschaft, beim heutigen Stand der Technik, 12 Milliarden Menschen ausreichend ernähren. Dennoch fehlt 2019 immer noch jedem 9. Mensch die minimal erforderliche Nahrungsmenge.
Es gibt verschiedene Ursachen für den weltweiten Hunger, wie beispielsweise Armut, Ungleichheit, Kriege und Konflikte, verzerrter Welthandel, Ressourcenverschwendung, schlechte Regierungsführung, Naturkatastrophen und Klimawandel. Paradoxerweise leben drei von vier hungernden Kleinbauern auf dem Land, d.h. obwohl sie selbst die Nahrungsmittel produzieren, reicht ihr Einkommen nicht aus, um ihre eigenen Familien zu ernähren.

Genau hier setzt partage.lu an und unterstützt lokale Organisationen, damit die Menschen ihre Nahrungssicherheit verbessern können. Im Kenia, zum Beispiel, lernen Familien alternative Lebensmittelproduktionsmethoden, um unabhängig von der Nahrungsmittelhilfe zu werden. Im Guatemala und in der Demokratischen Republik Kongo werden die Jugendlichen in agroökologischen Landwirtschaftsschulen ausgebildet, um dann in ihren Dörfern zusammen mit anderen Kleinbauern die landwirtschaftliche Produktion zu verbessern und so für die eigene Ernährungssicherheit zu sorgen.“

Mehr Informationen zu unseren Projekten finden Sie auf www.partage.lu. Jede Spende hilft, Menschen in ihrer Autonomie in ihrem eigenen Land nachhaltig zu unterstützen! Im Voraus herzlichen Dank: CCPL IBAN LU74 1111 1261 0097 0000 – Vermerk „Stop Hunger“.