LUXEMBURG
JACQUELINE KIMMER

Erschwinglicher Wohnraum in der Stadt - Die Hauptstadt zählt über 119.200 Einwohner

Erschwingliche Wohnungen für alle haben sich die politisch Verantwortlichen der Stadt Luxemburg bekanntlich auf ihre Fahne geschrieben. Und so stand der Wohnungsbau dann auch im Mittelpunkt des gestrigen „City Breakfast“. Wie Stadtschöffe Serge Wilmes mitteilte, könnten bis 2025 insgesamt 621 neue Wohnungen von der Stadt Luxemburg gebaut werden, wenn dann alles ohne Probleme über die Bühne geht.

In der Hauptstadt wurden im vergangenen Jahr 92 Wohneinheiten fertiggestellt, im laufenden Jahre sollen es deren 61 sein. Auch für die kommenden Jahre sind bereits zahlreiche Bauvorhaben vorgesehen, dar-unter die Großprojekte an der Route d’Arlon (Stadion und Feuerwehrkaserne mit 550 Wohnungen), in Rollingergrund (ehemaliges Villeroy&Boch-Gelände), in Hollerich (Heintz van Landewijk und Paul Wurth mit insgesamt 2.180 Wohnungen) sowie des Projekt „Porte de Hollerich“ (mit 3.580 Wohnungen).

Wie Lydie Polfer zu berichten wusste, sollen nun endlich alle Hürden für den „Plan d’Aménagement Particulier“ (PAP) „Centre de Merl“ genommen zu sein. Dieses Projekt wurde bekanntlich 2014 vom Gemeinderat der Stadt Luxemburg verabschiedet. Im Herzen des Stadtviertels Merl sollen 180 Wohnungen errichtet werden, davon 144 von der Stadt Luxemburg in enger Zusammenarbeit „Société nationale des habitations à bon marché“ (SNHBM).

Wie die Bürgermeisterin unterstrich, hätten verschiedene Ministerien immer wieder neue Studien verlangt, was die Umsetzung des Bauvorhabens verzögert habe. Indem sie auf die Wichtigkeit der Straßenverbindungen hinwies, meinte Polfer der „Boulevard de Merl“ und der „Boulevard de Cessange“ müssten „unbedingt gebaut werden.“ Der erschwingliche Wohnraum soll nach Worten von Schöffe Wilmes „absoluten Vorrang genießen“, deshalb sollen dann auch in Zusammenarbeit mit der SNHBM größere Bauvorhaben verwirklicht werden. Über das Vorkaufsrecht will die Stadt Luxemburg Grundstücke aufkaufen, um eine „Réserve foncière“ anzulegen.

Zum Schluss wurde noch ein weitere Zahl genannt: 1.555 Baugenehmigungen wurden in Luxemburg-Stadt im vergangenen Jahr erteilt, was ein neuer Rekord nach 2016 mit 1.181 Genehmigungen darstellt.

Interessante Zahlen vom Einwohnermeldeamt der Stadt Luxemburg

Auch in Sachen Stadtbevölkerung wurden beim „City Breakfast“ einige interessante Zahlen genannt. Am vergangenen 31. Dezember lebten 119.214 Personen aus 168 Nationen auf dem Gebiet der Stadt Luxemburg - davon 35.055 Luxemburger (29,41 Prozent) und 84.159 Nichtluxemburger (70,59 Prozent) sowie 57.998 Frauen (48,65 Prozent) und 61.216 Männer (51,35 Prozent) - gegenüber von 116.328 Ende 2017, sagte die Bürgermeisterin.

Vor dem Standesbeamten der Stadt Luxemburg wurden im vergangenen Jahr 582 Pacse (eingetragene Partnerschaften für gleich- oder verschiedengeschlechtliche Paare) sowie 475 Ehen geschlossen. 2017 waren es 576 Pacse und 400 Ehen. Darüber hinaus wurden im vergangenen Jahr auf dem Stadtgebiet 1.214 Geburten und 586 Sterbefälle registriert.

Mit 17.039 Einwohnern war Bonneweg auch im vergangenen Jahr das dicht besiedelste Stadtviertel, gefolgt von Belair 11.494 Einwohner), Limpertsberg (10.852 Einwohner) und dem Bahnhofsviertel (10.741 Einwohner).