LUXEMBURG
CHRISTIAN SPIELMANN

Exorzismus und Besessenheit in „The Possession of Hannah Grace“

Wenn man versucht in der Filmgeschichte, Filme von vor 1973 zu suchen, in denen jemand vom Teufel oder einem Dämon besessen ist, dann tut man sich schwer. Die einzigen bekannten Filme sind „The Haunting“ (1963) von Robert Wise und „Rosemary’s Baby“ (1968) von Roman Polanski. Aber ab „The Exorcist“ (1973) von William Friedkin boomt das Genre mit den Besessenen und dem Exorzismus. Nur mit Friedkins Horrorfilm war vielleicht direkt auch schon die Apotheose erreicht, denn kein weiterer Film konnte diese Geschichte und seine Umsetzung toppen. Der neue Film „The Possession of Hannah Grace“ vom Holländer Diederik van Rooijen kann den Gruselfilm ebenfalls nicht neu beleben, ist aber wegen seines spannenden Ablaufs etwas besser als andere Streifen des Genres.

Ein neuer Job für Ex-Polizistin

Der Film beginnt mit dem Exorzismus von Hannah Grace (Kirby Johnson). Sie widersetzt sich der Teufelsaustreibung, und ein Exorzist (Gijs Scholten van Aschat) stirbt. Ihr Vater (Louis Herthum) muss seine eigene Tochter töten, um den zweiten Priester (Guy Clemens) zu retten. Drei Monate später. Nachdem ihr Partner bei einer Festnahme erschossen wurde, ist Polizistin Megan (Shay Mitchell) psychisch am Ende. Doch sie hat sich erholt und soll nun im Leichenhaus einer Bostoner Klinik Nachtschicht schieben. Das klappt eigentlich ganz gut, bis die Leiche einer jungen Frau abgeliefert wird. Ihr Name ist Hannah Grace.

Megan kann noch verhindern, dass Hannahs Vater die Leiche verbrennt. Dieser wird verhaftet, aber seine Warnungen vor der untoten Tochter gehen Megan nicht aus dem Kopf. Wie es scheint, regeneriert sich die Leiche von Hannah Grace, bis sie sich selbstständig macht und zuerst den Wachmann Dave (Maximillian McNamara) und dann die Krankenschwester Lisa (Stana Katic) killt.

Lediglich spannend

Regisseur van Rooijen hat etliche Kurzfilme sowie Fernsehserien gedreht. Es fehlt ihm erst einmal der Mut, und vielleicht auch das Können, neue filmische Elemente mit einzubauen. Die Geschichte ist zwar spannend, aber wegen der braven klassischen Erzählstruktur braucht man nicht allzu viel Fantasie, um zu wissen, was passieren wird. Die unbekannten Schauspieler spielen ganz ordentlich, aber können dem Ganzen nichts Außergewöhnliches verleihen. Einziger Trost: Es gibt mehr schlechtere Filme in diesem Genre, als bessere.