LUXEMBOURG
JONATHAN PONCHON

Morgen vor 58 Jahren legte ein in Luxemburg geborener und aufgewachsener Mann die Basis für ein historisches Friedensprojekt - die Europäische Union. In seiner Rede schlug der frühere französische Außenminister Robert Schuman vor, eine Produktionsgemeinschaft für Kohle und Stahl zu schaffen. Güter, die früher Werkzeuge zum Töten waren, sollten fortan in der Montanunion einem gemeinsamen Wirtschaftsprojekt dienen. Das gemeinsame Arbeiten und Wirtschaften hat das gegenseitige Bekriegen abgelöst. Dieser heroische Tag würde einen paneuropäischen Feiertag zweifelsohne verdienen - doch auch so lässt sich kein Europapatriotismus herstellen, wie Jonathan Ponchon, ehemaliger Gründer von „Pulse of Europe Luxembourg“ und Gründer einer neuen europäischen Bürgerplattform festhält. 

„Es wären wohl hauptsächlich nur das deutsche Bürgertum, das aus historischen Gründen anstelle der eigenen Nation Europa feiern würde. Anders als eine Nation gewinnt das gemeinsame Europa seinen Wert durch den Eigennutzen, den man daraus zieht. So ist es auch kein Zufall, dass ich gemeinsam mit meiner ‚Pulse of Europe‘-Gruppe, hauptsächliche eine Elite auf die Place Clairefontaine versammelte. Einmal würde ein ‚Pulse of Europe‘-Event in Luxemburg zum Massenereignis - es gab kostenlos Kuchen und Bier. Ich, wie auch die große Mehrheit der Bevölkerung haben keinen Krieg erlebt. So erleben wir das Aufwachsen im Frieden als normal und immer weniger als historische Errungenschaft. Das europäische Projekt muss weiter gedacht werden. Europa ist mehr als ein Wirtschaftsprojekt. Wir als Bürger sollten Europa neu denken, indem wir es verstehen lernen, die Perspektiven des Griechen oder des Letten kennenlernen und verstehen lernen, die jeweils ganz andere Erwartungen und Vorstellungen an das Projekt Europa haben. Daran arbeite ich, indem ich mit Menschen aus ganz Europa an einer europäischen Bürgerplattform arbeite. Wir packen es gemeinsam durch europäische und schwellenlose Projekte an. Wollen Sie dabei sein?“