LUXEMBURG
CHRISTIAN BLOCK

In der Grundschule: 20 Inspektoratsbezirke werden durch 15 Regionaldirektionen ersetzt

Aus dem Inspektorat im Grundschulwesen werden regionale Schuldirektionen. Bildungsminister Claude Meisch hat gestern das am 17. November vom Regierungsrat angenommene Vorhaben vorgestellt. Die Reform sieht vor, die 20 Inspektoratsbezirke durch 15 regionale Direktionen zu ersetzen. Die Direktionsmannschaften sollen sich je nach Region aus einem Direktor und zwei bis vier stellvertretenden Direktoren zusammensetzen. Außerdem soll auf diese Weise den Entwicklungen und Reformen der vergangenen Jahre Rechnung getragen werden. Wenn die Regionaldirektionen in Zukunft weiterhin über die Einhaltung des Lehrplans wachen, sollen sie auch die Betreuung von Kindern mit besonderen Bedürfnissen koordinieren. Die multiprofessionellen Teams sollen künftig „équipes de soutien des élèves à besoins éducatifs particulier ou spécifiques“ heißen und zum Teil in die Regionaldirektion eingegliedert werden. Ein beigeordneter Direktor soll diese Ressourcen dort einsetzen, wo in der Region Bedarf besteht. Die „équipes de soutien“ sollen darüber hinaus mit den jeweiligen Kompetenzzentren, beispielsweise für Schüler mit Lernschwierigkeiten oder hochbegabte Schüler zusammenarbeiten. Jede Schule - insgesamt sind es 150 Grundschulen im Land - sollen indes künftig eine spezialisierte Lehrkraft bekommen, die mit diesen Kindern im Alltag in der Klasse arbeitet.

„Guichet unique“ für alle Akteure

Außerdem sollen die Direktionen in Zukunft als eine Art „guichet unique“ funktionieren, die es Eltern, Schülern, Erziehern und Lehrern ermöglichen soll, den richtigen Ansprechpartner für ihre Fragen zu finden. Die Zusammenarbeit mit den Präsidenten der Schulkomitees soll ebenfalls verstärkt werden. Zusammen sollen Maßnahmen zur schulischen Inklusion aufgestellt oder die Umsetzung der Schulentwicklungspläne begleitet werden. Der „plan de développement scolaire“ ersetzt indes den „plan de réussite scolaire“. Meisch betonte, dass dieser Plan „eng Saach vun der ganzer Schoulcommunautéit ass“, in den also auch etwa die Eltern einbezogen werden sollen. Umgesetzt werden soll er über einen Zeitraum von drei Jahren.

Mit der Einführung der Regionaldirektionen wird von der Einführung von Grundschuldirektoren abgesehen. Meisch gab gestern zu bedenken, dass in einem solchen Modell 150 Direktionsposten in sehr unterschiedlichen Schulen (mit zwischen 80 und 800 Schülern) entstünden. Außerdem würden diese Direktoren genannt werden, wohingegen der Präsident im aktuellen basisdemokratischen Modell gewählt wird. Insgesamt laute das Ziel, „de Schoulen d’Chance ze ginn, sech nom Besoin um Terrain ze orientéieren“, so Meisch. „Die Schulen müssen so funktionieren, dass sie den Bedürfnissen der Schüler besser gerecht werden können.“

Mit diesem Gesetz werde eine neue „Modernität“ eingeläutet, sagte Georges Ney, Präsident des Inspektorenkollegiums. Das Inspektorat fordert seit mehreren Jahren angesichts eines wachsenden Aufgabenbereichs eine Reform. Ein
Gesetzesvorstoß aus dem Jahr 2012 wurde, nachdem der Staatsrat in seinem Gutachten mehrere Einwände formulierte, zurückgezogen.

Mit den Regionaldirektionen wird laut Ministerium das Abkommen mit der Lehrergewerkschaft SNE von Februar 2016 weitgehend umgesetzt.