CHRISTOPHER SCHUH

Samstag ist der „Europäischer Tag des Notrufs 112“. Dieser wurde eingeführt, da viele in der EU lebende Personen nicht wissen, dass die Notrufnummer 112 EU-weit funktioniert. Hierzu Christopher Schuh, Chef de service der „Central des Secours d’Urgence C.S.U. 112“.

„Nachdem 1966 in Luxemburg die 012 als Notrufnummer eingeführt wurde und wir somit zu den Ersten in Europa gehörten, die das getan haben, wurde 1993 die 112 eingeführt, die für die ganze EU gilt. Die Idee ist recht einfach: Egal in welchem Land der EU man sich befindet, wenn man Hilfe braucht, wählt man die 112. Somit ist garantiert, dass wenn man sich in einer Notsituation befindet und ob nun Feuerwehr, Polizei oder Krankenwagen gebraucht wird, diese eine Nummer ausreicht.

Das will aber nicht heißen, dass es nicht auch andere nationale Notrufnummern gibt. In Luxemburg gibt es ja zum Beispiel noch die 113 und in Frankreich die 18, 17 und 15. Laut einer Umfrage, sei es für Luxemburger auch ganz normal die 112 bei einem Notfall zu wählen. In Frankreich würden jedoch noch drei Drittel eher eine der nationalen Notrufnummern wählen. Das beweist auch, dass der ‚Europäische Tag des Notrufs 112‘ wichtig ist.

Alle unsere Dispatcher sprechen mindestens Luxemburgisch, Deutsch, Französisch und Englisch. Die verschiedenen Notrufzentren sind auch entsprechend miteinander vernetzt, dass wenn sich etwa ein polnischer Lastwagenfahrer bei uns meldet und dieser nur polnisch spricht, wir einen Dispatcher aus Polen hinzuschalten, der dann übersetzt. Allerdings ist es nicht immer so einfach festzustellen, welche Sprache derjenige spricht.

Wichtig ist, dass man die 112 auch wirklich nur im Falle eines Notfalls wählen sollte. Denn rund 75 Prozent aller Anrufe, die in unserer Zentral eingehen, sind keine Notfälle. Zum einen rufen immer wieder Personen an, die etwa wissen wollen, welches Krankenhaus oder welche Apotheke Notdienst hat. Das kann man allerdings ganz einfach in Zeitungen oder im Internet nachlesen. Es gibt aber auch unbeabsichtigte Anrufe, wenn etwa die Tastensperre des Mobiltelefons nicht aktiviert ist oder Kleinkinder mit dem Smartphone spielen. Es gibt aber auch Scherzanrufe oder beabsichtige Falschmeldungen, die dann auch eine Anzeige zur Folge haben, denn wir können immer nachverfolgen, wer uns angerufen hat.

Die 112 ist nur für echte Notfälle vorgesehen, bei denen schnellstmöglich Hilfe benötigt wird. Für alles andere sollte man die spezifische Notrufnummer, etwa wenn in der Nachbarschaft eine Alarmanlage ausgelöst wurde, die 113 anrufen.“