LUXEMBURG
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HMC-Liga: „Go Inclusive“ - Inklusion für alle, ist das möglich?

In Luxemburg können verschiedene Menschen mit Behinderungen ihr Leben ohne Schwierigkeiten gestalten. Für andere erschwert die tägliche Realität ihrer Behinderung die Verwirklichung ihrer Lebensprojekte. Spätestens seit der Ratifizierung der UN-Konvention für die Rechte der Menschen mit Behinderung ist die Inklusion ein fundamentales Grundrecht für alle. Am kommenden 5. Oktober startet die HMC-Liga das „Go Inclusive“-Programm - eine große öffentliche Debatte über die Integration der Menschen mit Behinderungen. Dabei will die HMC-Liga mit einer Reihe von Vorträgen, Workshops und einem Fotowettbewerb das Publikum für die Lage der Menschen mit Behinderungen sensibilisieren und einen Mentalitätswandel herbeiführen

Stereotypen konfrontieren

„Im Jahr 2015 ist der Zugang zu vielen Bereichen wie Bildung, Arbeit und Kultur immer noch schwierig für viele Menschen mit Behinderungen. Es gibt viele Arten von Behinderungen und nicht alle Personen erleben die gleichen Einschränkungen. Diese Einschränkungen können physischer, sensorieller oder geistiger Natur sein. Alle jedoch sind Hindernisse für die soziale Inklusion“, erklärt Jeannine Thill, die für diese Initiative verantwortlich ist.

Seit 1963 engagiert sich die HMC-Liga für die Einbeziehung von Menschen mit geistiger Behinderung. Das „Go Inclusive“-Programm lädt alle Beteiligten ein, ihre Meinungen zu den Chancen und Hindernissen der sozialen Integration von Menschen mit einer geistigen Behinderung zu äußern.

Es geht nicht darum, sich auf einem bestimmten Bereich zu konzentrieren (zum Beispiel Bildung, Ausbildung, Arbeit oder Wohnungsangelegenheiten). Durch die Debatte soll das Nachdenken über die notwendigen und ausreichenden Bedingungen für die soziale Inklusion der Betroffenen auf verschiedenen Ebenen angeregt werden. Direkt, auf der allgemeinen gesellschaftlichen Ebene oder auf privater Ebene der direkt Betroffenen - also der Menschen mit Behinderungen und deren Umgebung - oder indirekt, bei Fachkräfte und Entscheidungsträgern.

Wie kann man sich an der Debatte beteiligen?

Das Programm „ Go Inclusive“ beginnt am 5. Oktober. Mit der ersten Konferenz „Was meinen wir wirklich, wenn wir über Integration reden?“, startet die Debatte zu diesem Thema, das noch schwer zu definieren und in die Praxis umzusetzen ist. Viele Experten teilen ihr Know-how mit und klären auf zur Lage der Menschen mit Behinderungen. Auch beschreiben Menschen mit Behinderungen ihren Weg - manchmal ein ziemlich tückischer - um ein „normales“ Leben führen zu können.

„Go Inclusive“ beinhaltet zudem einen Foto-Wettbewerb, wie auch Workshops für Menschen mit Behinderungen, die ihnen erlauben, Erfahrungen auszutauschen und ihre Blockaden zu überwinden, damit sie wie alle anderen leben können,“ hält Christof Müller, Direktor der Ausbildung und Arbeit der HMC-Liga, fest.

Verbesserung des Bildungrahmens

Ein World Café wird eigens für die Fachkräfte im Sozialbereich organisiert. Ziel ist es, gemeinsam neue Bildungswege zu finden und zu unterstützen, so dass die Einbeziehung von Menschen mit Behinderungen erleichtert wird.

„Arbeiten im Sinne der Inklusion erfordert eine Änderung der grundlegenden Konzepte was eine Betreuung der Betroffenen angeht. Wir müssen unsere Arbeitswahrnehmung in Frage stellen und einen Bildungsrahmen erstellen, welcher die Menschen mit Behinderungen ermuntert, unabhängig zu leben und das Bewusstsein für die Risikoaufnahme, die mit jeder Entscheidung hervorgeht, fordert. Daher die Wichtigkeit der menschlichen Unterstützung und des Zuganges zur Informationen“, sagt Claudine Nosbusch, Leiterin der Wohnstrukturen.

Welche Perspektiven für die Zukunft?

„Go Inclusive“ wird am 3. Dezember mit einer Festveranstaltung abgeschlossen. Man zieht die Bilanz der diversen Veranstaltungen und nimmt teil an einer musikalisch-choreografischen Vorstellung, die von Menschen mit und ohne Behinderungen ausgeführt wird.

„Wir hoffen, dass unsere Initiative das Bewusstsein für das Thema der Inklusion stärken wird. Dieser Austausch kann nur den pädagogischen Rahmen verbessern und den Menschen mit Behinderungen Vertrauen geben. Alles ist möglich, wenn gegenseitiger Respekt, Toleranz und menschliche Empathie vorliegen“, schlussfolgert der Leiter der Ausbildung und Arbeit.