LUXEMBURG
CLAUDE SCHMIT

Am 2. April findet alljährlich der Welt-Autismus-Tag statt. Er wurde vor nunmehr elf Jahren von den Vereinten Nationen eingeführt mit dem Ziel, die unterschiedlichen Entwicklungsstörungen, die unter dem Sammelbegriff Autismus zusammen gefasst sind, zu thematisieren und die Inklusion der Betroffenen in die Gesellschaft zu fördern. Die „Fondation Autisme Luxembourg“ arbeitet seit 1996 in diese Richtung und bietet Betroffenen und ihren Familien Hilfeleistungen an. Was sich der Präsident der FAL, Claude Schmit, zum Welt-Autismus-Tag wünscht und was die Vereinigung veranstaltet.

„Als die FAL gegründet wurde, bekamen wir zu hören, dass nur zwei von 10.000 Personen von Autismus betroffen sind. Damals noch landeten viele der Betroffenen in der Psychatrie, heute ist das zum Glück nicht mehr so. Heute geht die Wissenschaft davon aus, dass es eine von hundert Personen sind. Das wären auf die Bevölkerung Luxemburgs hochgerechnet an die 6.000. Das ist enorm, umso  wichtiger ist es, die Kompetenzen zu bündeln, um den autistischen Mitbürgern und ihren Familien zu helfen.

Sehr wichtig ist eine angemessene Betreuung. Und die ist nicht einfach zu organisieren angesichts der unterschiedlichen Grade der autistischen Störungen. Bei schweren Fällen werden zwei ausgebildete Betreuer auf sechs Personen gebraucht, bei leichteren vielleicht einer auf vier. Fakt ist, dass Fachkräfte gebraucht werden, die sich mit der Betreuung von Autisten auskennen. Fertig Ausgebildete gibt es selten, deshalb haben wir Fortbildungsprogramme eingerichtet.

Wir würden uns freuen, wenn bereits bei der Grundausbildung von Erziehern oder Betreuern mehr auf das Phänomen Autismus eingegangen werden würde und stehen mit unserer Expertise dafür auch zur Verfügung. Das tun wir auch für Verwaltungen und Politik, die mitunter Entscheidungen treffen, die bedeutende Auswirkungen auf das Leben der Autisten und deren Famiien haben.

Auch Freiwillige werden bei uns erst einmal ausgebildet, bevor sie sich um Personen mit Autismus kümmern. Wir sind sehr stark auf Freiwilligenarbeit angewiesen und freuen uns sehr, wenn neue Ehrenamtliche zu uns kommen. Ohne sie wäre es unmöglich, regelmäßige Aktivitäten und Events zu organisieren, die 22 Ferienkolonien, die wir im Angebot haben, oder über Autismus zu sensibilisieren.  Dass die Öffentlichkeit versteht, was es mit den Entwicklungsstörungen auf sich hat, ist ganz wesentlich für die gesellschaftliche Akzeptanz der autistischen Mitbürger, von denen viele übrigens außerordentliche  Fähigkeiten besitzen.

Um zur Aufklärung beizutragen, haben wir in diesem Jahr wieder ein Informationsangebot auf dem Place d’Armes am 2. April und am 3. April, eine Konferenz in der ‚Banque de Luxemburg‘ über den Übergang von Autisten ins Erwachsenenalter. Im September werden wir in Nizza beim internationalen Autismus Europa-Kongress dabei sein. Nie war dieser internationale Kongress, wo unter anderem die rezentesten Erkenntnisse der Wissenschaft zum Autismus vorgestellt werden, näher an Luxemburg. Wir bieten interessierten Angehörigen von Betroffenen an, am Kongress teilzunehmen und ihre Kinder während dieser Zeit zu betreuen. Wir nutzen auch verstärkt die sozialen Medien, um auf Autismus aufmerksam zu machen. Und selbstverständlich stehen wir jedem Interessierten jederzeit zur Verfügung, wenn Information oder Hilfe gebraucht wird“.