LUXEMBURG
ROBY STEINMETZER

Die im Jahr 2014 gegründete „Fédération Luxembourgeoise des Auteurs et Compositeurs“ (FLAC) zählt mittlerweile rund 90 Mitglieder, von denen knapp die Hälfte im Bereich der zeitgenössischen sowie klassischen Musik tätig ist. Derzeit richten die Komponisten ihren Blick mit großer Hoffnung nach Brüssel, wo die Reform des EU-Urheberrechts festgezurrt werden soll. Besonders die Copyright-Richtlinie interessiert auch hierzulande die Komponisten. Daneben hat die FLAC aber noch andere Anliegen, wie Präsident Roby Steinmetzer erklärt.

„Vor rund zwei Wochen wurde die Copyright-Richtlinie im Europaparlament gestimmt. Dafür haben auch wir uns seit längerem eingesetzt. Das Problem ist folgendes: Es werden kaum noch CDs verkauft. Auf der anderen Seite wird heute aber so viel Musik gespielt und gehört wie nie zuvor. Die KomponistInnen haben davon aber nicht viel, jedenfalls nicht, was das Finanzielle anbelangt. Die Musik wird in der Hauptsache über Kanäle wie Youtube, Spotify, Apple Music und so weiter gestreamt. Die Betreiber dieser Online-Plattformen zahlen so gut wie nichts an Autorenrechten. Die KomponistInnen bekommen einen Hungerlohn. Durch die Copyright-Direktive soll sich dies ändern. Nicht nur die Leute, die die Plattform zur Verfügung stellen, sollen künftig daran verdienen, vielmehr soll die Lücke zwischen den Werbeeinnahmen und den vergleichsweise bescheiden ausfallenden Vergütungen für die Künstler und Komponisten (,Value Gap‘) verkleinert werden. Wir erwarten nun, dass sich unsere Regierungsvertreter während der Verhandlungen für die Umsetzung dieser Richtlinie einsetzen.

Es gibt indes noch eine andere Möglichkeit, um die finanzielle Situation der hiesigen KomponistInnen zu verbessern, nämlich durch die Einführung einer Quote für luxemburgische Musik. Konkret fordern wir, dass die Radio- und TV-Stationen dazu verpflichtet werden, zehn Prozent Musik luxemburgischer KomponistInnen in ihren Sendungen zu spielen. Von zehn Liedern würde dies also eines betreffen. Dies würde dazu führen, dass auch unsere Komponisten etwas an den Autorenrechten verdienen, die Radio und Fernsehen ja ohnehin zahlen müssen, die nun einmal aber bislang größtenteils an ausländische Komponisten und Autoren gehen. Die Radio- und TV-Sender würde diese Maßnahme also keineswegs mehr Geld kosten. Eine solche Quote gibt es übrigens in anderen Ländern bereits, etwa in Frankreich, wo sie noch dazu weit höher ist als nur zehn Prozent. Eine gewisse Anstrengung in diese Richtung erwarten wir deshalb.

Nach dem Vorbild von Music:LX würden wir uns außerdem ein Exportbüro für Luxemburger KomponistInnen wünschen. Dieses könnte sich dafür einsetzen, dass nationale Werke – hauptsächlich aus dem klassischen Bereich – auch bei Konzerten und Festivals im Ausland untergebracht werden könnten. Was darüber hinaus in Luxemburg fehlt, ist ein Ort für neue, experimentelle Musik, die nicht kommerziell ist. Es gibt die Rockhal, es gibt die Philharmonie und so weiter, aber in diesem Bereich besteht eine Lücke. Wir hoffen überdies, dass in der nächsten Legislaturperiode ein Kulturminister oder eine Kulturministerin ernannt wird, der oder die sich ausschließlich um die Kultur kümmern kann, idealerweise mit einem kräftig erhöhten Etat.“