LUXEMBURG
JK

Die Ausstellung „Et wor emol e Kanonéier“ im Kirchberger „Musée Dräi Eechelen“gibt Einblick in die Geschichte der Artillerie in Luxemburg

Im „Musée Dräi Eechelen“ (M3E) in Luxemburg-Kirchberg wurde gestern Nachmittag im Beisein von Kulturministerin Sam Tanson die bis zu 22. März 2020 andauernde Ausstellung „Et wor emol e Kanonéier - Die Artillerie in Luxemburg“ ihrer Bestimmung übergeben.

Prunkstücke der interessanten und aufschlussreichen Ausstellung sind zwei der drei noch bestehenden Kanonen der einstigen Festung Luxemburg. Die beiden Kanonen stammen aus dem Jahr 1834. Die erste Kanone, die vom „Luxembourg City Tourist Office“ (LCTO) zur Verfügung gestellt wird, stammt aus den Petruss-Kasematten und wird als Leihgabe im M3E bleiben, bis die Petruss-Kasematten wiedereröffnet werden. Die zweite Kanone, die aus den Kollektionen des Museums stammt, hat eine definitive Bleibe unter dem historischen Gewölbe der Räume des ehemaligen „Fort Thüngen“ gefunden. Die beiden Überbleibsel des nationalen Waffenlagers wurden in einem spezialisierten Schreineratelier in Bensheim (Deutschland) instand gesetzt. Hier wurden auch die Lafetten (die Fahrgestelle aus Holz) detailgetreu nachgebaut.

Zur Ausstellung „Et wor emol e Kanonéier“

Die Ausstellung „Et wor emol e Kanonéier - Die Artillerie in Luxemburg“ wird bis zum 22. März 2020 im M3E zu sehen sein. Wussten Sie, dass aus der Festung Luxemburg, mit ihren 170 Kanonen eine der mächtigsten Festungen Europas, nur drei Kanonen erhalten sind?

Die Artillerie war ein Schlüsselelement der Festungen, führte die Verstärkung der Feuerkraft doch zu steten Verbesserungen in der Verteidigungskunst. Bastionen, Kasematten, Forts, Pulvermagazine, Kugelgärten, Wagenhäuser für Lafetten, Laboratorien, Gießereien, Kasernen für die Artillerie - alles drehte sich um den alltäglichen Umgang mit den schweren Geschützen.

Nach wie vor beflügeln Kanonen die Fantasie. Beginnend mit der abenteuerlichen Geschichte eines dreipfündigen Geschützes, das zum letzten Mal bei den 101 Salutschüssen anlässlich der Geburt von Großherzog Jeans am 5. Januar 1921 abgefeuert wurde, zeigt die Ausstellung die Entwicklung der Artillerie in Luxemburg vom ausgehenden Mittelalter bis in die Moderne. Im Laufe der burgundischen, spanischen, französischen, österreichischen, holländischen und preußischen Herrschaft und durch zwei Feuertaufen hindurch - die Belagerungen von 1684 und die Blockade 1795 - wurden die Geschütze erobert und zurückerobert, getauscht, verkauft und eingeschmolzen.

Die Ausstellung „Et wor emol e Kanonéier“ - der Ausstellungstitel stammt übrigens aus dem Lied aus der Operette „D’Mumm séiss“ von Dicks - ist in zehn große Kapitel aufgegliedert: „Städte und Schlösser“, „Thionville und Montmédy“ - heute wird oft vergessen, dass Thionville eine des größten Festungen des Herzogtums Luxemburg war; „Belagerung (1684) und Blockade (1795); „Gießereien und Kanonen“, „Arsenal und Inventare“, „Lafetten und Pferde“, „Pulver und Explosionen“, „Generale und Kanoniere“, „Ettelbrück und das Kontingent“ -dem Londoner Vertrag von 1839 zufolge sollten das Großherzogtum und das vom niederländischen König neu gegründete Herzogtum Limburg , als Mitglieder des Deutschen Bundes gemeinsam ein föderales Kontingent zur Verfügung stellen, sowie „Die Festung und die Preußen“.