LUXEMBURG
JACQUELINE KIMMER

1717-2017: Freimaurerei feiert 300-jähriges Bestehen

Die Vereinigung der Freimaurer, „ein ethisch humanitärer Bund mit kosmopolitischer Ausrichtung“ wurde 1717 ins Leben gerufen. Am 24. Juni 1717 wurde die Freimaurerei in London als Institution ins Leben gerufen, als vier lokale Logen sich in einer Großloge zusammenschlossen und einen ersten Großmeister wählten. Bei der Freimaurerei handelt es sich weder um eine „Religionsgemeinschaft, Kirche oder Sekte“, noch um einen „Religionsersatz“. Der Bund erhebt keineswegs den Anspruch, „Anleitungen zum Erlangen eines wie auch immer verstandenen ‚Seelenheils‘ oder ‚Erlösung‘ vermitteln zu können“.

Streit und Unstimmigkeiten vermeiden

In aller Welt wird im laufenden Jahr der 300. Geburtstag der Freimaurerei gefeiert, unter anderem auch in Luxemburg. Für die Großloge von Luxemburg stellt dies eine ausgezeichnete Gelegenheit dar, sich nach außen hin vorzustellen und zu zeigen, dass die Freimaurerei eine „lebendige Tradition“ in der Gesellschaft hat und die von ihr angestrebten Werte heute mehr denn je Gültigkeit haben, wie Großmeister Jean Schiltz gestern auf einer Pressekonferenz unterstrich.

In den Freimaurerlogen begegnen sich Menschen aus verschiedenen Nationalitäten, Berufen, sozialer Herkunft, Glaubensrichtungen, philosophischer oder politischer Meinungen, „um geistige Anregungen zu erfahren und um einer oberflächlichen Lebensart zu entkommen“. Ziele der Freimaurerei sind „die intellektuelle und moralische Entfaltung, das Arbeiten an sich selbst, um so seinen Beitrag in und für die Gesellschaft zu leisten“. Die Freimaurerei regt ihre Mitglieder zum freien Meinungsaustausch an und setzt sich für Toleranz und Brüderlichkeit unter allen Menschen ein.

Die in der Großloge von Luxemburg vereinten Logen arbeiten „regulär“ und nehmen gemäß der überlieferten Tradition nur männliche Mitglieder auf. Zu politischen und religiösen Fragen bezieht die Großloge keine Stellung und in rituellen Logen-Treffen sind Diskussionen zu solchen Themen untersagt, um Streit und Unstimmigkeiten zu verhindern. In der Öffentlichkeit sollen Freimaurer allerdings zu ihren persönlichen, politischen und weltanschaulichen Überzeugungen stehen, hieß es weiter.

Ansprechendes Jubiläumsprogramm

Was nun die Feierlichkeiten zum 300. Geburtstag der Freimaurerei anbelangt, so findet an Donnerstag, dem 29. Juni um 18.30 eine akademische Sitzung im „Cercle-Cité“ statt. Bei dieser Gelegenheit werden die Geschichte und die Werte der Freimaurerei erklärt werden. Die Feierstunde ist für die Öffentlichkeit zugänglich. Interessenten sollten sich allerdings unter der E-Mail tricentenaire@gll.lu anmelden und eine Adresse hinterlassen, damit eine Einladung zugestellt werden kann.

Am Sitz der Großloge, dem „Hôtel de la Loge“ in der Hauptstadt (5, rue de la Loge), werden am Samstag, dem 1. und am Sonntag, dem 2. Juli, jeweils von 14.00 bis 18.00, Tage der Offenen Tür abgehalten. Am Freitag, dem 16. Juli um 20.00 findet im Musikkonservatorium der Stadt Luxemburg ein Benefizkonzert mit dem Orchester „Luxembourg Philharmonia“ unter der Leitung von Martin Elmquist statt. Eintrittstickets sind zum Preis von 25 und 20 Euro erhältlich. Die Karten können unter der E-Mail concertdebienfaisance@gll.lu oder unter der Telefonnummer 621 70 99 77 bestellt werden. Effektiv werden die Reservierungen erst nach Einzahlung des jeweiligen Betrags auf das Postscheckkonto CCPL LU50 1111 7052 9912 0000 der Großloge von Luxemburg (bis zum 10. Juli 2017).

Ferner ist die Großloge von Luxemburg an der neuen Dauerausstellung „The Luxembourg Story. Über 1.000 Jahre Stadtgeschichte“ im „Lëtzebuerg City Museum“ beteiligt, wo ein Schaukasten bekanntlich der Freimaurerei vorbehalten ist. Auch will die Großloge von Luxemburg ein „Livre du Centenaire“ herausgeben, in dem unter anderem die 56 Straßen der Hauptstadt, die nach Freimaurern benannt sind, aufgelistet sind.