GREVENMACHER/LUXEMBURG
RS/LJ

Regionale Musikschule Grevenmacher soll in das denkmalgeschützte Peter von Osbourg-Haus zurückkehren

In seiner Sitzung am Freitag beschäftigte sich der Gemeinderat Grevenmacher zunächst mit den Folgen eines Felssturzes und dann mit Routineangelegenheiten.

Um den Ausbau des Industriegebiets Potaschberg zu ermöglichen, genehmigte der Gemeinderat einstimmig einen Vorvertrag zwischen dem Zivilhospiz und dem interkommunalen Syndikat SIAEG über den Verkauf von Ländereien (4 Hektar 62 Ar) zum Preis von 300.800 Euro.

Ebenfalls einstimmig genehmigte der Gemeinderat einen Vorvertrag über ein 4,22 Ar großes Grundstück im „Kummert“ neben dem dortigen Parkplatz. Der Kaufpreis beläuft sich auf 244.760 Euro. Vorerst dient der Ankauf der Vergrößerung des dortigen Parkplatzes. Da das Grundstück in einem Wohngebiet liegt, ist eine spätere Bebauung nicht ausgeschlossen.

Aus- und Umbau für ein Baudenkmal

Der Hauptpunkt der Sitzung drehte sich um den Um- und Ausbau des Peter von Osbourg-Hauses. Das historische Gebäude befindet sich in einem strukturell schlechten Zustand. Das vom Architektenbüro WeB aufgestellte „avant projet sommaire“ sieht Investitionen von 4.617.127 Euro vor.

Neben der kompletten Instandsetzung des bestehenden Gebäudes ist ein Anbau mit Treppenhaus und Aufzug vorgesehen, ein zusätzlicher Keller mit Sanitäranlagen und Abstellraum, sowie eine komplette Glasabtrennung des Innenhofs, die für die Belange der Musikschule (Prüfungen, Konzerte) gebraucht wird und ebenfalls für Empfänge dienen soll. Dieser neue Raum bietet etwas mehr als 50 Sitzplätze.

Bürgermeister Gloden (CSV) bedankte sich beim Architekten, beim Zivilhospiz - als Hauseigentümer - sowie bei Kulturstaatssekretär Guy Arendt für die zugesagte Unterstützung des Projektes, das er auch im Kontext der Ausbauphasen II und III des Marktplatzes sieht.

Nachdem der Architekt Erklärungen zu verschiedenen Fragen von Ratsmitgliedern zum Projekt abgegeben hatte, bat Rätin Tess Burton (LSAP) um eine zügige Umsetzung im Interesse des lokalen Geschäftswesens.

Wäre eine Verlegung der Musikschule nicht besser?

Rat René Sertznig (DP) begrüßte das Projekt, bedauerte aber gleichzeitig, dass der Schöffenrat nicht bereit sei, die Phase II des Marktplatzes in das Vorhaben zu integrieren. Seiner Meinung nach hätten Infrastrukturen für die lokalen Vereine mit einem Ausbau der Musikschule gepaart werden können.

Sertznig stellte fest, dass absolut keine Reserven für eine Erweiterung der Musikschule auf dem bestehenden Gelände vorhanden sind und es nicht lange dauern wird, bis das Thema Räume für die regionale Musikschule wieder auf der Tagesordnung des Gemeinderates stehen wird.

Musikschulen mit vergleichbaren Schülerzahlen in Redingen/Attert oder Bascharage verfügten über weitaus mehr Raum. Rat Patrick Frieden (DP) ergänzte, dass die Percussion-Kurse bereits jetzt im „Centre Culturel“ verbleiben und zusätzliche Räume dringend gebraucht werden, wenn sich die Musikschule über die bestehenden 600 Schüler vergrößert.

Die Pläne und der Kostenvoranschlag des „avant projet sommaire“ wurden einstimmig angenommen.

Frust über Anhörung zu den Tanklagern

Bürgermeister Léon Gloden (CSV) informierte den Gemeinderat über eine Anhörung zur Umweltverträglichkeitsstudie für den Ausbau des Tanklagers. Er zeigte sich über den Verlauf der Gespräche sehr enttäuscht, die ergeben haben, dass es ausschließlich um privatwirtschaftliche Interessen gehe. Neben den umweltrelevanten Fragen blieben auch juristische Fragen offen, etwa zur staatlichen Finanzierung von Anlagen zur rein private Nutzung.

Parken am Sportzentrum

Rat Claude Wagner (DP) machte auf das anstehende Parkproblem bei den Sportanlagen „op Flohr“ aufmerksam, wenn gleichzeitig Veranstaltungen in der neuen Sporthalle und auf dem Sportplatz stattfinden und bat den Schöffenrat, sich Gedanken über eine Lösung zu machen.