LUXEMBURG
CHRISTIAN SPIELMANN

Leicht überdurchschnittliche französische Komödie: „Inséparables“

Regisseur Varente Soudjian wurde in Jordanien geboren und besitzt die französische Nationalität. Nach ein paar Kurzfilmen und Fernsehserien konnte er 2018 seinen ersten Kinofilm „Walter“ drehen, der im Frühjahr dieses Jahres fast 380.000 Zuschauer in die französischen Kinos lockte. Mit fast derselben Crew drehte er die Komödie „Inséparables“, die nun in den Kinos startet.

Freiwillig in den Knast

Mikas Vater war ein Betrüger. Stets war seine Familie wegen seiner Gaunereien auf der Flucht. Der erwachsene Mika (Ahmed Sylla) hat von seinem Vater das Talent als Spieler und Fälscher geerbt. Eine Betrugsaffäre bringt ihn vor Gericht. Da ihn ein paar Schlägertypen bedrohen, zieht er es vor, in den Knast zu wandern, bevor diese ihn schlimm verunstalten könnten. Im Gefängnis wird er der Zimmernachbar von Poutine (Alban Ivanov), der ein Fan seines russischen Namensvetters ist sowie von Waffen aus dem Ostblock und Granaten. Über Waffen-Kenntnisse kommen die beiden ungleichen Gesellen sich näher. Weil Poutine von Mika als ein gleichberechtigter Mensch behandelt wird, ist er sofort dessen Freund und wird sogar zu seinem Beschützer.

Drei Jahre nachdem Mika entlassen wurde, hat er sich in der Firma von Henri (Christian Bujeau) hochgearbeitet, was dessen älteste Tochter Charlotte (Judith El Zein) mit Argusaugen sieht. Mika, der eine falsche Identität angenommen hat, wird bald Henris jüngere Tochter Elisa (Ornella Fleury) heiraten. Dann taucht auch noch sein Zellenfreund Poutine auf und erinnert ihn an sein Versprechen, eine gemeinsame Firma zu gründen. Es melden sich zudem noch andere Bekannte aus Mikas Vergangenheit zurück.

Teils lustig

Das ungleiche Duo Sylla/Ivanov ist meilenweit weg von solch eminenten und legendären Schauspieler-Paaren wie Louis De Funès und Bourvil oder Pierre Richard und Gérard Depardieu. Doch harmonieren die beiden unter den gegebenen Umständen. Ivanov ist eher der Typ, der durch sein starres Minenspiel für leise Lacher sorgen kann, während Sylla auf diesem Gebiet Schwierigkeiten hat. Ivanov lässt Poutine als debilen Kerl aussehen, der jedoch aus dem Nichts einem Knastbruder mit einem Basketball das Gesicht polieren kann. Aus dieser Konstellation des harmlosen Kerls, der zur Bestie werden kann, entstehen ein paar lustige Szenen. Sylla tut sich als witzige Figur schwer und überzeugt eher als Poutines Pendant eines gewitzten, jedoch zurückhaltenden Kerls.

Somit ist aus „Inséparables“ kein Meisterwerk geworden, sondern eine leichte Komödie, die durch ein paar gute Witze unterhalten kann.