LUXEMBURG
CLAUDE KARGER

Ausstellung in der Abtei Neumünster zeigt die Funktionsweise der Nazi-Propaganda

Zum ersten Mal übernimmt Luxemburg ab Anfang März für ein Jahr den Vorsitz der „International Holocaust Remembrance Alliance“, ein Verbund von derzeit 32 Staaten, die gemeinsam Aufklärung, Forschung und Erinnerung an den Völkermord an den Juden im Zweiten Weltkrieg aufrechterhalten und fördern wollen. Im Rahmen dieser Präsidentschaft ist auch eine Reihe von Ausstellungen vorgesehen. Eine davon ist „State of Deception - The Power of Nazi Propaganda“, die noch bis zum 17. März in der Abtei Neumünster zu sehen ist. Die Expo wurde vom „United States Holocaust Museum“ in Washington gestaltet und zeigt, wie die Nazi-Propaganda auf die deutsche Gesellschaft und die Einstellung der Bevölkerung wirkte.

„Eine Waffe, wenn auch eine wahrhaft fürchterliche in der Hand des Kenners“, hatte Adolf Hitler in „Mein Kampf“ über Propaganda geschrieben. Die sehenswerte Wanderausstellung beleuchtet die Methoden, mit denen die Nazis die öffentliche Wahrnehmung manipulierten. Immer unter Einsatz der modernsten verfügbaren Technologien, nit Radio, Fotografie und Film etwa. Hitler, um den ein wahrer Personenkult errichtet wurde, ließ seine Reden Zehntausendemal auf Schallplatten pressen und sie an die Bürger verteilen. Die Nationalsozialisten bedienten sich der Wirtschaftskrise, der Angst vor dem Kommunismus und eines fanatischen Antisemitismus, um die Bevölkerung gezielt aufzuwiegeln, während sie nach und nach die Bürgerrechte aushöhlten. Eine überaus sehenswerte Ausstellung, die auch darauf eingeht, wie während des Nürnberger Kriegsverbrecherprozesses Nazi-Propagandisten zur Verantwortung gezogen wurden und die Anstiftung zum Völkermord Eingang ins internationale Recht fand.

Schließlich verfolgt sie auch das Ziel, die Besucher zur Reflexion anzuregen über Propaganda und Manipulation in der digitalen Ära, in der sich Informationen immer schneller verbreiten.


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