LUXEMBURG
CLAUDE KARGER

„Copyright“ einfach erwerben - „Luxembourg Online Rights Desk“ geht an den Start

Alles hat seinen Preis. Auch die Information, die scheinbar „gratis“ in den unendlichen Weiten des Internets verfügbar ist. Denn sie musste von irgend jemandem recherchiert und aufbereitet werden.

Leistung sollte vergütet werden

Und dieser Jemand hat mitunter viel Zeit und Mühe darin investiert. Arbeit, die honoriert werden muss. Sollte das irgendwann einmal nicht mehr der Fall sein, die Motivation von Autoren, Journalisten, Fotografen, Musikern usw., qualitativ hochwertige Inhalte zu schaffen, würde rapide abnehmen.

„Die Informationsgesellschaft würde sich am Ende selbst ad absurdum führen“, meint Romain Jeblick. Er ist der Direktor der Luxorr, der dem Wirtschaftsministerium unterstehenden luxemburgischen Verwertungsgesellschaft für Autorenrechte.

Wer ein Werk eines bei der Luxorr eingetragenen Autors vervielfältigen, scannen oder bei Veranstaltungen zeigen will, muss bei ihr eine Genehmigung einholen, damit er das ganz legal tun darf. Für die Nutzungsrechte der Texte, Fotos, Zeichnungen usw. muss der Antragsteller einen meist kleinen Obolus zahlen, den Luxorr an den Autor weiter gibt. Was bislang mit einigem Papierkram verbunden war, kann ab sofort online mit wenigen Klicks erledigt werden. Gestern stellte Luxorr nach mehreren Jahren Vorarbeit ihre digitale Plattform für den Erwerb von Autorenrechten vor. „Es gibt nun keine Enschuldigung mehr, nicht für geschützte Inhalte zu zahlen“, sagte der Präsident der Vereinigung, der Journalist und beigeordnete Editpress-Direktor Francis Wagner. Dabei geht es nicht nur allein um den Schutz der Autoren. Das „Luxembourg Online Rights Desk“, das über die gleiche Webseite zu erreichen ist, auf der Luxorr alle Informationen zu den Autorenrechten gesammelt hat, versteht sich auch als Sensibilisierungsinstrument für den Wert von „Content“, als Beitrag zum Erhalt von kulturell hochwertigen Inhalten sowie zur wirtschaftlichen Diversifizierung im Sinne einer rezenten Empfehlung des Wirtschafts- und Sozialrats.

Luxemburg als Inhalte- undRechtemarktplatz

„En ligne avec l‘ambition de la Commission européenne de créer un véritable marché intérieur pour le contenu numérique, le CES est d‘avis qu‘il convient d‘oeuvrer pour faire du Luxembourg un centre de négoce de contenus et de droits pour tous contenus numérisés et valorisant la législation sur les droits d‘auteur, droits voisins et la propriété industrielle“ hatte das Gremium geschrieben. Auf der LORD-Plattform, die Luxorr gestern als „Weltpremiere“ feierte, sind momentan allerdings lediglich die Rechte für die Nutzung von Luxemburger Büchern zu finden.

Davon kommen übrigens jährlich etwa 400 neue hinzu. Das mag gering erscheinen, ist aber, auf die Einwohnerzahl hochgerechnet, viel im Vergleich mit anderen Ländern. Die innovative Plattform wurde allerdings so aufgebaut, dass sie ständig ausgebaut werden kann.

www.luxorr.lu