LUXEMBURG
MARTINE FRIESEISEN

Seit Mitte Juli bekommen Reisende in rund 100 Tourismus-agenturen im Land zusätzlich zu ihren Reisedokumenten eine kleine rote Tasche überreicht. Was es damit auf sich hat, erklärt Martine Frieseien, die Geschäftsführerin der Reiseagentur CFL-Evasion.

„Es handelt sich um ein Kit, um sich gegen sexuell übertragbare Infektionen und HIV zu schützen. In der roten Tasche finden die Reisenden in diesem Sinne eine Menge Informationen über diese Krankheiten, inklusive Hinweisen, was zu tun ist, wenn sie sich einem Ansteckungsrisiko ausgesetzt haben, ein Kondom und eine kleine Tube Sonnenschutzcreme mit der Aufschrift: ‚Du schützt dich vor der Sonne? Schütz dich auch vor HIV‘.

Ich finde es persönlich ausgesprochen wichtig, dass man diese Botschaft immer und immer wieder erneuert, denn sexuell übertragbare Krankheiten und HIV sind längst nicht gebannt, obwohl es recht einfache Wege gibt, um sich effizient zu schützen. Diese Auffassung teilen auch meine Kollegen aus anderen Reiseagenturen. Als die ‚HIV-Berodung‘ des Roten Kreuzes an die ‚Union Luxembourgeoise des Agences de Voyages‘ herangetreten ist, um eine neue Sensibilisierungskampagne zu starten, wurde nicht lange gezögert. Es gab übrigens schon einmal eine derartige Zusammenarbeit, damals wurden Kondome an die Reisenden ausgegeben.

Seit dem 13. Juli verteilen die 43 Mitglieder der ULAV in rund 100 Agenturen das Präventionskit systematisch an alle Kunden, die ihre Reisedokumente abholen. Es ist eine Gelegenheit, die Reisenden über ein ernstes Thema zu informieren und ein kleiner Beitrag zu den internationalen Bestrebungen, die HIV-Epidemie bis 2030 auszulöschen. Natürlich bekommen wir auch teils amüsierte Kommentare. Aber die Hauptsache ist, dass die Kunden in irgendeiner Art und Weise die Botschaft mit nach Hause zu ihren Familien und natürlich mit in ihre Zielländer nehmen.

Die HIV-Berodung stellt rund 10.000 Präventionskits zur Verfügung. Sie sind natürlich nicht da, um in Schränken liegen zu bleiben und deshalb werden die Reiseagenturen sie verteilen, solange der Vorrat reicht. Ich würde mir wünschen, dass die Reisenden auch darüber hinaus den Reflex haben, ‚sécher ënnerwee‘ zu sein und immer das Notwendige dabei zu haben, um sich vor Ansteckung zu schützen.“