ESCH-BELVAL
PATRICK WELTER

Ministerium, PRO-SUD und LISER untersuchen Mobilitätsverhalten

Einfach mal die Leute vor Ort fragen. Eine simple Idee, auf die bisher noch niemand kam. Wobei der Begriff für Ort an dieser Stelle für Arbeitsplatz steht. Der Südwesten Luxemburgs, die Minette-Region, ist nicht nur besonders dicht besiedelt, sondern bietet nach der Hauptstadt die meisten Arbeitsplätze und nach dem Ende vieler Schwerindustriebetrieb ein ungeheuer großes Entwicklungspotenzial. Durch die kommunale Aufsplitterung und die nicht immer optimalen Verkehrsanbindungen stellen sich den Planern viele Fragen. Insbesondere die, was die Leute selsbt in Sachen Verkehr wollen.

Zunächst eine Umfrage unter den Arbeitgebern

Um der Sache auf den Grund zu gehen, haben jetzt das Nachhaltigkeits- und Infrastrukturministerium, der Zweckverband der Südgemeinden PRO-SUD, der „Verkéiersverbond“ und das Forschungsinstitut LISER eine wissenschaftliche Erhebung bei den Unternehmen gestartet, die in einem der Gewerbe- oder Industriegebiet des Südens angesiedelt sind. Die ganze Untersuchung gliedert sich in zwei Teile. Zunächst werden die Arbeitgeber bzw. die Unternehmen befragt, im kommenden Frühjahr sind es dann die Arbeitnehmer, die sich zu ihrem Verkehrsverhalten und über ihre Wünsche an ein Mobilitätskonzept äußern sollen.

Gestern informierten Nachhaltigkeits- und Infrastrukturminister François Bausch (déi gréng), der Präsident des PRO-SUD Dan Biancalana und Joe Schmit vom „Verkéiersverbond“ in der Universität Belval interessierte Firmenchefs über die Untersuchung. Der entsprechende Fragebogen kann übrigens über die Internetseite des „Verkéiersverbond“a ufgerufen werden.

Von der Diagnose zum Aktionsplan

Minister Bausch erläuterte, dass man auf Basis der getrennten Befragungen der Arbeitgeber und Arbeitnehmer zunächst einmal eine Diagnose erstellen will um dann nach einer Ideenfindung einen Aktionsplan „Mobilität“ für die Industrieregion zu entwickeln.

Bausch kündigte an, dass sein Ministerium dabei sei, ein am Taxi-Anbieter „Uber“ orientiertes System zur Förderung von Fahrgemeinschaften von Arbeitnehmern zu entwickeln. Er lobte die Initiative der Stadt Esch/Alzette für eine Spurbuslinie - analog zum Metzer „Mettis“ - für den ganzen Süden.

Mehr als eine Busspur

Im Zusammenhang mit der geplanten Busspur auf der Autobahn A4 (Luxemburg - Esch-Belval) gab sich der Minister etwas kryptisch, angesichts des gestiegenen Ansiedlungspotenzials auf weiteren Industriebrachen in Süden seien auch andere Lösungen überlegenswert.


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