LUXEMBURG
JACQUELINE KIMMER

Mobilitätsminister François Bausch stellt RGTR-Umstrukturierung vor

Im Jahr 1978 gegründet, schließt das „Régime Général des Transports Routiers“ (RGTR) die nationalen Autobusdienste zusammen. Mit 125.000 Passagieren pro Tag (2016) stellt der RGTR heute den wichtigsten Dienstleisters des öffentlichen Personennahverkehrs im Großherzogtum dar. In der Vergangenheit wurden neue Buslinien geschaffen, wenn punktuelle Anfragen der Gemeinden, Unternehmen oder Schulen vorlagen, meinte Mobilitätsminister François Bausch gestern Vormittag bei der Vorstellung der RGTR-Umstrukturierung. Aus diesem Grund setzt sich das derzeitige Busnetz aus einer Vielzahl von Linien mit unterschiedlichen Routen zusammen.

Der steigenden Nachfrage nach Mobilität gerecht werden

Das derzeitige RGTR-Netz ist den Worten von Minister Bausch nach schwer zu lesen und zu verstehen und macht deshalb nur Sinn für Eingeweihte. Die Fahrpläne unterscheiden sich nach Regionen und die Nummerierung der Busse ist inkohärent. Auch sind zahlreiche Busse nicht den gewünschten Kapazitäten angepasst.

Um einer steigenden Nachfrage nach Mobilität gerecht zu werden soll das RGTR nun reorganisiert werden. Das Umstrukturierungsprojekt sieht mehrere Etappen vor, von denen die ersten bereits 2016 eingeläutet wurden: Umfragen und Studien wurden durchgeführt, Roadshows organisiert. Eine performante Umstrukturierung soll zur Optimierung des Benutzerflusses beitragen.

Neue Nummerierung der Buslinien

Wie Bausch mitteilte, wird die neue Nummerierung der Linien sich einerseits zusammensetzen aus einer ersten Ziffer die die Region darstellt, in der die Buslinie verkehrt, gefolgt von Ziffern, die die verschiedenen Dienstleistungsarten angeben. Man unterscheidet künftig zwischen Express-Buslinien, regionalen primären und sekundären Linien, transversalen Linien und lokalen Linien.

Die lokalen Buslinien, das Rückgrat des RGTR im ländlichen Raum, sollen nach des Ministers Worten in perfekter Kohärenz mit den Express-Buslinien funktionieren. Die Regionallinien werden in erhöhter Frequenz verkehren und verbinden ihre jeweilige Region, indem sie alle Bushaltestellen anfahren. Die sogenannten transversalen Linien sollen alle Städte mit Ausnahme der Hauptstadt unter einander verbinden.

Die großen Prinzipien der Reorganisation können laut Bausch mit einer ausgewogenen Abdeckung des Territoriums durch ein strukturiertes, leicht verständliches, wirkungsvolles und für die Kunden leicht zu nutzendes Netz zusammengefasst werden. Darüber hinaus sollen auf den Hauptlinien die Fahrten bis 23.00 samstags und sonntags ausgedehnt werden. All diese Änderungen benötigen verschiedene Infrastrukturen für Busse wie Busspuren, sogenannte „Pôles d‘échanges“ und Haltestellen, sagte Bausch.

Planung Ende des laufenden Jahres fertiggestellt

Die Planung des neuen RGTR-Busnetzes soll Ende des laufenden Jahres finalisiert sein und Anfang kommenden Jahres der Öffentlichkeit präsentiert werden. Erste Änderungen werden im Mai 2020 umgesetzt werden, bevor dann das gesamte neue RGTR-Netz im September 2021 in Dienst gestellt werden soll.

Diese Reorganisation des RGTR trägt Minister Bausch zufolge, „der Entwicklung unseres Landes und den spezifischen Bedürfnissen die hieraus resultieren, Rechnung“. Auch die Erfordernisse des ländlichen Raums sollen verstärkt in Betracht gezogen werden, die durch die Einführung eines Rufbus-Dienstes, sagte der Minister.