Der „Spiegel“ hat JCJ längst durchschaut und lässt sich nicht mehr von Späßen beeindrucken à la „Luxemburg ist wie Wuppertal“. „Das soll Bescheidenheit ausstrahlen“, so das Magazin. Der Vergleich hinkt natürlich. „Der Zwergstaat hat zwar nicht viel mehr Einwohner als die deutsche Provinzstadt. Aber er hat einen Großherzog und, vor allem, einen Premierminister, der seit 1995 regiert, einen gewählten König quasi, der seit zwei Jahrzehnten auch die Politik des gesamten europäischen Kontinents mitgestaltet“. Die Provinzpolitik daheim habe ihn eher gelangweilt, wie auch die Eskapaden der „Miniaturausgaben von James Bond und Co.“, deren Oberboss er seit 1995 nun mal war. „Juncker düste durch die Welt und machte große Politik. Luxemburg war für einen wie ihn einfach zu klein“, so die Diagnose des „Spiegel“, „denn so bescheiden wie er tut, ist er gar nicht. Eigentlich ist er eitel und empfindlich“ und hegt heute noch einen tiefen Groll gegen Merkozy, die ihm die EU-Ratspräsidentschaft vermasselten. Zu Hause sei er „gleichwohl der Supermann geblieben“.
Dass er noch einmal antreten werde, gilt für den „Spiegel“ als sicher. „Und sei es nur, um als amtierender Premier die Chance zu wahren, im nächsten Jahr doch noch EU-Ratspräsident zu werden“.


