LUXEMBURG
PATRICK VERSALL

9. Auflage von „Ateliers Ouverts“ vom 23. bis 25. Mai

Eine Kunstveranstaltung auf die Beine zu stellen muss keinesfalls ein kostspieliges Unterfangen sein. Künstlerin Yvette Rischette und ihre kreativen Kollegen widerlegen jedes Jahr aufs Neue die weit verbreitete Meinung, dass nur jene Veranstaltungen etwas taugen, die aus reichlich Euros gebaut sind. Die Gratis-Veranstaltung „Ateliers Ouverts“, die von heute und bis Sonntag über die Bühne geht, verlangt nahezu kein finanzielles Engagement von Seiten der teilnehmenden Künstler.

Künstlerateliers in ganz Luxemburg öffnen ihre Türen und laden alle Interessierten während drei Tagen zu einer Visite jener Orte ein, wo Kunst entsteht. Die Koordination des dreitägigen Events liegt in den Händen von Yvette Rischette, die jedes Jahr Kreative zusammentrommelt. „Ich schreibe zuerst alle diejenigen an, die ich kenne. Es melden sich aber regelmäßig Kunstschaffende bei mir, um sich an der Veranstaltung zu beteiligen.“ „Ateliers Ouverts“ ist kein Projekt eines kleinen elitären Künstlerzirkels; die Koordinatorin ist offen für jede Anfrage. Voraussetzung ist allerdings, dass man über ein eigenes Atelier verfügt. Eine Ausnahmeregelung gilt für die so genannten Gastkünstler, die auf Einladung von Yvette Rischette teilnehmen.

Präzise Fragen

Es bedürfe eines passenden Rahmens, um sich über Kunst auszutauschen, erklären Yvette Rischette und Malerin Margot Reding-Schröder. Was bietet sich da besser an als die Ateliers der Kreativen. 34 Künstler, die sich auf 21 Werkstätten verteilen, gewähren den Besuchern Einlass in ihr Allerheiligstes, wo sie ihnen Rede und Antwort stehen.

Margot Reding-Schröder, eine von 34 Künstlern, die an drei Tagen Kunstliebhaber empfängt, spricht von einem förmlichen Kommunikationsbedürfnis der Atelierbesucher. Einige würden sich an sie wenden, weil sie präzise Fragen zur Maltechnik, bzw. zur Entwicklungsgeschichte eines Werkes hätten, andere wiederum würden allgemeine Fragen zur Arbeit des Künstlers stellen.

Viele wiederum profitieren von diesen Tagen der offenen Tür, um beispielsweise Arbeiten zu betrachten, die selten die vier Wände des Ateliers verlassen. „Ich stelle ein starkes Interesse der Besucher für meine Zeichnungen fest, die ich nicht unbedingt in meinen Ausstellungen zeige“, so Reding-Schröder.

Die Besichtigung der Ateliers verläuft in einer ungezwungenen Atmosphäre: Kein Künstler rüffelt einen Besucher, wenn dieser eine Skulptur oder ein Tableau anfasst. Die Atelierbesitzer verfolgen den Gast auch nicht auf Schritt und Tritt, um ihm auf Teufel komm raus ein Werk anzudrehen.

Yvette Rischette hat jetzt schon einige Ideen für die Jubiläumsveranstaltung im kommenden Jahr im Kopf: Vielleicht würde man sich im nächsten Jahr auf ein gemeinsames Thema festlegen, das sich dann wie ein roter Faden durch die Arbeiten aller Künstler ziehe, erklärte Yvette Rischette.