TRIERCHRISTIAN SPIELMANN

„Hairspray“ zum 30. Geburtstag der TUFA in Trier

Das Gebäude der ehemaligen Tuchfabrik in Trier wurde 1985 in ein regionales Kulturzentrum umfunktioniert, das sich nun kurz TUFA nannte und rund 70.000 Zuschauer pro Jahr anzieht. Um den 30. Geburtstag zu feiern, entschloss man sich, das Erfolgsmusical „Hairspray“ mit der Musik von Marc Shaiman zu produzieren, das siebte in der Geschichte der TUFA. Stephan Vanecek führt Regie und spielt zudem noch Edna Turnblad.

Baltimore im Jahr 1962

Die pummelige Tracy Turnblad (Hannah Schabio) und ihre Freundin Penny Pingleton (Katharina Scherer) sind Fans der TV-Show von Corny Collins (Philipp Gonder), die von einem Haarspray-Hersteller finanziert wird. Sie träumen davon, einmal im Fernsehen tanzen zu dürfen. Doch Tracys Mutter, Edna, hält nicht viel von dieser Idee, während ihr Vater Wilbur (Philippe Kayser), der einen Laden mit Scherzartikeln betreibt, sie ermutigt, ihren Traum zu realisieren.

Die beiden Freundinnen erscheinen zum Vortanzen im Fernsehstudio, werden aber von der arroganten Produzentin Velma von Tussle (Sarah Becker) abgewimmelt. Ein Blick, eine Berührung, und Tracy hat sich in den Star der Sendung Link Larkin (Michael Berres) verliebt. Weil Link die Augen nicht von Tracy lassen kann, bekommt er Ärger mit seiner Freundin Amber (Janine Meyer), Velmas Tochter.

Ausgeflipptes Plädoyer für Toleranz

Tracy lernt eine Gruppe Farbige kennen, wie Seaweed (Alex Williams), seine Schwester Inez (Viona Vokou) und seine Mutter Maybelle (Zeik Alan Fenty), die einmal im Monat am „Negroday“ bei Corny Collins auftreten. Sie lernt von ihnen eine neue Art zu tanzen und hat nun die Idee, dass alle Menschen, egal welcher Hautfarbe, zusammen im Fernsehen auftreten sollen, was im Jahr 1962 nicht einfach zu bewerkstelligen ist.

„Hairspray“ ist in erster Linie ein Musical mit sehr viel Humor, mit ausgeflippten Charakteren und fantastischen Songs. Die Musik von Marc Shaiman enthält eigentlich nur Ohrwürmer, angefangen beim Eröffnungstitel „Good Morning Baltimore“, über „Glocken klingen hell“ und „Willkommen in den Sixties“, bis zum tollen Song von Maybelle „Breit, Blond und Blendend“ und dem zarten und lustigen „Du bist zeitlos für mich“, einem Duett zwischen Edna und Wilbur, bei dem die beiden Schauspieler wegen Lachanfällen gehörig aus dem Rhythmus gerieten. Ganz nebenbei ist das Musical auch ein Plädoyer für Toleranz gegenüber molligen oder farbigen Menschen.

Speziell bei den Choreografien von Angelika Bucks merkte man nicht, dass alle Beteiligten nur aus Spaß an der Freude auf der Bühne standen. Sehr flott war ein Stepptanz während des Songs „In dem Kittchen hier“. Hervor heben muss man trotzdem Stephan Vanecek, der mit seiner warmen Stimme und seiner Gestik eine äußerst aparte Edna spielte. Hannah Schabio gefiel ebenfalls, genau wie Katharina Scherer als hyperaktive Penny. Auch wenn es ein paar Versprecher gab, die Musik einige Mal zu früh anfing, konnte die nicht-professionelle Truppe gefallen.

Weitere Informationen und Tickets auf www.tufa-trier.de