LUXEMBURG
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„DiscoverEU“: Beliebte Reiseticket-Aktion der EU geht in die dritte Runde

Hotels buchen angesagt: Das „DiscoverEU“-Programm geht in die inzwischen dritte Runde. Nach den ersten beiden überaus erfolgreichen Events werden in dieser Edition erneut Gratis-Tickets für eine kostenlose Europareise an die teilnehmenden 18-jährigen EU-Mitbürger verlost. Die Zahl der verlosten Tickets verdoppelt sich indes fast: Standen bei der zweiten Ausgabe, an der man bis zum Dezember teilnehmen durfte, noch 12.000 Gratis-Tickets auf dem Plan, sind es dieses Mal sogar schon 20.000 - und damit stehen die Erfolgsaussichten so gut wie noch nie.

Einsendeschluss für die Bewerbungen ist am 16. Mai. Bis dahin darf sich jeder 18-jährige EU-Bürger über die Online-Formulare des Europäischen Jugendportals (europa.eu/youth) eintragen. Nötig ist nur das Ausfüllen eines kleinen, fünf Fragen fassenden Quizzes. Dabei entscheiden Wissen über Europa und die EU sowie ein Quäntchen Glück. Für Luxemburg stehen bei der diesjährigen Ausgabe insgesamt 26 Tickets zur Verfügung, ein Resultat einer Quotenregelung, die Plätze gemessen an der Bevölkerung verteilt - damit es fair bleibt und nicht nur Bürger aus den größten EU-Mitgliedsstaaten reisen dürfen. Fair ist fair.

Gemeinsam reisen und entdecken

Mit der „DiscoverEU“-Initiative sollen die Vorteile der Reisefreiheit und Mobilität innerhalb der EU offenbart werden; 18-Jährige bekommen die Möglichkeit, die Vielfalt und Kultur Europas zu erleben, neue Freundschaften zu schließen und sich selbst besser kennenzulernen. Europäischer werden und fühlen - durch Reisen? Ob das klappt? Die „DiscoverEU“-Möglichkeiten werden jedenfalls stark wahrgenommen, positives Feedback gab es für die Kommission obendrauf. „Das ist ein gutes Beispiel dafür, was Europa für die jugendlichen Bürger umsetzt“, meinte Jugend- und Kulturkommissar Tibor Navracsics mit Blick auf die „DiscoverEU“-Idee im Rahmen der EU-Jugendwoche Ende April. „Das 18. Lebensjahr ist ein wichtiger Schritt zum Erwachsen-werden; wir wollen die Jugend auf diesem Weg begleiten und ihnen die Chance bieten, unseren unglaublich vielfältigen Kontinent und seine Geschichte zu erkunden.“

An den Ausgaben 2018 nahmen insgesamt fast 180.000 Jugendliche teil, verlost wurden rund 30.000 Tickets. Aus Luxemburg gab es übrigens 246 Bewerbungen, 34 glückliche Teilnehmer durften in den vorigen Ausgaben durch Europa touren. Eine Siegerin war Laura Krippes, die direkt bei der ersten Ausgabe unter den glücklichen Gewinnern landete. „Das war genial; ich konnte damit die großen Städte Osteuropas erkunden“, betont sie beim Interview im Rahmen der EU-Jugendwoche. Unter anderem Prag stand auf dem Programm, erklärt sie. Entsprechend positiv fiel ihr Fazit aus: „Ich kann das ,DiscoverEU‘-Programm nur empfehlen“, meint Krippes. „Es war eine durchweg positive Erfahrung und ein tolles Erlebnis; sehr bereichernd und auch sehr lehrreich, weil wir dabei auch viel auf uns allein gestellt sind.“ Bei „DiscoverEU“ werden nämlich lediglich die Fahrtkosten von der EU übernommen; Unterbringung und Verpflegung müssen selbst geplant und gezahlt werden - das soll den Jugendlichen erlauben, auf eigene Faust zu erkunden und Verantwortung zu übernehmen. Junge Menschen mit besonderen Bedürfnissen wie eingeschränkter Mobilität oder einer Sehbehinderung haben dabei aber trotzdem Anspruch auf angemessene zusätzliche Unterstützung.

Bedingung für die Teilnahme ist, 18 Jahre alt zu sein; die Staatsangehörigkeit eines der 28 EU-Länder (das heißt, dass auch Bürger aus EU-Mitgliedsstaaten und ihren Territorien in Übersee teilnehmen); die Nummer des Personalausweises oder Reisepasses auf dem Online-Bewerbungsformular anzugeben; die Reise in einem der 28 EU-Länder zu starten; für einen Zeitraum von einem Tag bis zu 30 Tagen unterwegs zu sein, dies zwischen dem 1. August (frühestes Datum) und dem 31. Januar 2020. Dabei ist die Rückreise ins Ausgangsland ebenfalls im Travel-Pass enthalten.

Nicht enthalten sind wie erwähnt Unterbringung, Verpflegung, Versicherung oder andere Faktoren - bezahlt wird „lediglich“ die Fahrt in Bus, Bahn oder Fähre. Deshalb rät die Kommission dazu, dass Teilnehmer für die gesamte Reisedauer eine Gesundheits- und Reiseversicherung abschließen. Eine Krankengrundversicherung in anderen EU-Ländern ist in der Regel über die Europäische Krankenversicherungskarte gewährleistet, die von der nationalen Krankenversicherung der Teilnehmer ausgestellt wird. Zusätzliche private Versicherungen sind aber empfehlenswert für Notfälle, wenn etwa eine Rückführung organisiert werden muss.

Immerhin: Man kann auch in der Gruppe reisen. Nötig ist dafür „nur“ eine Anmeldung zum Wettbewerb als Gruppe sowie die Ernennung eines „Gruppenleiters“. Alle Gruppenmitglieder müssen natürlich auch 18 Jahre alt sein. Übertragbar sind die Tickets nicht.

Deshalb sollte die Fahrt gut geplant sein. Das hat auch Krippes getan. „Sehr schwer war das aber nicht“, meint sie rückblickend. Man sollte bloß höllisch aufpassen, dass der „Return Trip“ nach Hause mit eingerechnet wird. Sonst könnte es schon mal passieren, dass man im Reiseland festhängt - zumindest, bis man selbst ein Rückfahrticket löst. „Das ist aber eigentlich alles gar kein Problem, man sollte sich bloß nicht übernehmen.“ Das sei aber ohnehin einer der wichtigsten Faktoren für den positiven Eindruck der „DiscoverEU“-Initiative: Die Teilnehmer werden unabhängiger und müssen lernen, auf eigene Faust Entscheidungen zu treffen. Das deckt sich auch mit den Resultaten einer Umfrage, die von der EU bei anderen Teilnehmern durchgeführt wurde. Demnach gaben 80 Prozent an, selbstständiger geworden, mit ungeplanten Situationen umgegangen und erstmals eine eigene Reise organisiert zu haben. Auch die Punkte „Umgang mit Geld erlernt“ und „Mehr Selbstbewusstsein“ wurden von über der Hälfte aller Teilnehmer bejaht. Interessant: Nur knapp 30 Prozent gaben an, bei „DiscoverEU“ das allererste Mal allein unterwegs gewesen zu sein.

Das Programm hat derzeit ein Budget von knapp 16 Millionen Euro. Das reiche nicht, um allen 18-Jährigen dieselbe Reisemöglichkeiten zu bieten. 30.000 Jugendliche unter über 18.000 Bewerbern konnten so 2018 teilnehmen, für 2019 peilt die EU weitere 40.000 Reisende ein. „Schuld“ daran ist das Budget, das auf „nur“ 16 Millionen Euro kommt. Das soll sich nach derzeitiger Planung ändern: In Zukunft sollen für die Periode bis 2027 knapp 700 Millionen Euro vorgesehen sein, was insgesamt 1.5 Millionen 18-Jährigen das Reisen durch Europa ermöglichen soll. Auch das versprachen der zuständige Kommissar Navracsics sowie - viel entscheidender - der Kommissar für Budget-Fragen, Günther Oettinger, Ende April in Brüssel.

Am derzeitigen „DiscoverEU“-Programm ändert das vorerst nichts. Und auch die nächste Runde ist schon geplant: Im Herbst dieses Jahres - vermutlich erneut bis zur Verlosung im Dezember - werden dann wieder Tickets veräußert.

Weitere Informationen und Link zur Bewerbung unter www.youdiscover.eu und europa.eu/youth