LUXEMBURG
COLETTE MART

Reform der Rettungsdienste im Mittelpunkt des Nationalkongresses der Feuerwehren

Die bevorstehende Reform der Rettungsdienste, die mit der Schaffung des „Centre National d’intervention et de Secours“ am Rond-Point Gluck in ihre erste Phase gegangen ist, stand am Wochenende im Mittelpunkt des Kongresses des nationalen Verbandes der Rettungsdienste unseres Landes. Wie Präsident Carlo Birscheidt zu Beginn unterstrich, befinden sich die Rettungsdienste im Umbruch; deren Reform ist eine der großen Aufgaben der Luxemburger Regierung, die ihrerseits auch Antworten auf die Flüchtlingsfrage finden muss, sowie die wichtigen Themen der „Présidence“ angehen muss. In seiner Funktion als Direktor der Verwaltung der Rettungsdienste kam Paul Schroeder auf die bevorstehenden Veränderungen zu sprechen.

Die Sicherheit im Land ist nicht mehr gewährleistet

Seit 1981 haben wir 200.000 Einwohner im Land mehr, und 145.000 Grenzgänger kommen jeden Tag zu uns zum Arbeiten. Bei den Rettungsdiensten werden seitdem 30 Prozent mehr Einsätze gezählt; gleichzeitig geht die Zahl der freiwilligen Feuerwehrleute beständig zurück, sodass eine Reform der Rettungsdienste in die Wege geleitet werden musste, um die Sicherheit der Bürger im Land zu gewährleisten.

Die Professionalisierung der Rettungsdienste musste also angedacht werden; die Ausbildung der Feuerwehrleute muss verbessert werden, sowie die Zuständigkeiten des Staates und der Gemeinden definiert werden. Die Technik verändert ebenfalls den Rettungsdienst, da auch hier auf die Mittel des digitalen Zeitalters zurückgegriffen werden kann. Es soll demgemäß ein „Etablissement public“ geschaffen werden, für den der Staat und die Gemeinden gemeinsam verantwortlich sind, der Status der Rettungshelfer soll klar definiert werden, ein Berufsbild für Berufsfeuerwehrleute ausgearbeitet werden, und die Mobilität soll für Berufsfeuerwehrleute möglich werden. Des Weiteren sollen gleiche Rechte und gleiche Pflichten für freiwillige Feuerwehrleute gelten, die Entschädigungen sollen harmonisiert werden, und die Feuerwehrleute sollen von gut ausgebildeten Instrukteuren angelernt werden.

Paul Schroeder unterstrich allerdings, dass die Leidenschaft und der persönliche Einsatz der Feuerwehrleute jener Aspekt der Arbeit sind, der sich nicht ändern wird.

Beispielhafte Hilfe bei den Flüchtlingen

Innenminister Dan Kersch dankte allen Feuerwehrleuten in seiner Ansprache, und lobte den beispielhaften Einsatz der Feuerwehrleute in der Vorbereitung des Landes auf die Flüchtlinge. Die Rettungshelfer hätten in der Tat maßgeblich dazu beigetragen, die Halle 6 der Luxexpo auf den Empfang von Flüchtlingen vorzubereiten.

Die Reform der Rettungsdienste sei ein Projekt, das von den Rettungsdiensten selbst ausgegangen sei, und im Dialog mit den Rettungshelfern vorangetrieben worden sei. 2007 haben die Rettungsdienste nämlich eine gemeinsame Erklärung abgegeben, dass sie die Sicherheit der Bürger mit den aktuellen Mitteln nicht mehr gewährleisten können.

Hauptstadtbürgermeisterin Lydie Polfer lud zum Ehrenwein ein und lobte die guten Beziehungen der Stadt Luxemburg mit der „Fédération Nationale des Corps des Sapeurs Pompiers du Grand-Duché“.