LUXEMBURG
CLAUDE A. HEMMER

Die Vereinigung „Don de Moelle du Luxembourg“ sensibilisiert und wirbt in regelmässigen Abständen für die Knochenmarkspende und versucht vor allem junge Menschen dafür zu mobilisieren. Warum das so wichtig ist, erklärt Claude A. Hemmer, der Präsident der Vereinigung.

„Das Knochenmark oder Knochenmark produzierende Stammzellen sind ein kapitaler Bestandteil unseres Organismus, denn sie produzieren unter anderem unser Blut. Bei manchen Menschen greifen Krankheiten wie etwa Leukämie diesen ‚Blutproduzenten‘ an , so dass er die Produktion von gesundem Blut nicht mehr sicherstellen kann. Dann muss den Betroffenen mittels Stammzellentransplantation geholfen werden, damit das System wieder in Gang kommt und sie überleben können. Deshalb werden Knockenmarkspenden von gesunden Menschen gebraucht und Datenbanken von Menschen aufgebaut, die potenzielle Spender sein könnten. Eine solche Datenbank zu schaffen und zu unterhalten ist Ziel unserer Vereinigung, die um die Jahrtausendwende mit finanzieller Unterstützung von Arcelor an den Start gehen konnte. Wir merkten aber schnell, dass wir einen technischen Partner brauchten, den wir in der deutschen Stefan-Morsch-Stiftung fanden, eines von zahlreichen Knochenmarkregistern bei unseren Nachbarn.

Zwischenzeitlich konnten wir rund 9.000 potenzielle Spender in unserer Datenbank sammeln - allein 2017 kamen übrigens rund 1.600 dazu - , die also mit der Datenbank der Stefan-Morsch-Stiftung vernetzt ist, und diese hängt wieder mit den anderen Knochenmark- oder Stammzellenspenderregistern in Deutschland, in Europa und in der Welt zusammen. Weltweit sind etwa 27 bis 28 Millionen Spender registriert. Die Vernetzung ist ausgesprochen wichtig, denn so erhöhen sich die Chancen für einen Bedürftigen, den richtigen Spender zu finden. 

Wir müssen natürlich sicher gehen, dass der Empfänger die Stammzellen von außen auch verträgt. Die Spenderzellen müssen also genau typisiert werden, dazu braucht die Stefan-Morsch-Stiftung lediglich eine Blutprobe. Die kann jeder zwischen 16 und 40 abgeben. Da der Zellteilungsprozess bei jüngeren Spendern schneller ist, steigt die Wahrscheinlichkeit, für eine Knochenmarkspende gerufen zu werden. Unsere Vereinigung ruft im Durchschnitt jährlich rund 20 bis 30 potentielle Spender an, um sie zu eingehenderen Kompatibilitätstests einzuladen. Am Ende bleiben davon vielleicht fünf, welche wirklich geeignet sind und zur Stammzellspende angefragt werden. 

Für die eigentliche Spende gibt es zwei sehr unterschiedliche Methoden: Mit Abstand am häufigsten (90 Prozent), ist die Ausfilterung von Stammzellen aus dem Blut. Das ist ein Vorgang, der rund drei bis fünf Stunden benötigt, wobei dem Spender bereits einige Tage zuvor ein Medikament verabreicht wird, welches die Stammzellenproduktion im Blut anregt. Oder es kann- in seltenen Fällen - Knochenmark aus dem Beckenknochen entnommen werden, was natürlich einen chirurgischen Eingriff unter Vollnarkose voraussetzt. Spenden aus dem Beckenknochen sind vor allem bei Kleinkindern mit Blutkrankheiten gefragt. Kosten entstehen für den Spender selbstverständlich keine; jegliche Unkosten werden übernommen.

Wichtig für die Kranken ist, dass möglichst viele potenzielle Spender erfasst werden. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Merkmale von zwei Menschen übereinstimmen, beträgt - außerhalb der direkten Familie - eins zu einer Million. Wir freuen uns deshalb auf jede Einschreibung in unser Register!“

www.dondemoelle.lu