LUXEMBURG
PATRICK VERSALL

Lapislazuli spielten zwei Konzerte im Théâtre du Centaure

Das luxemburgische Musikduo Lapislazuli wurde vor fünfzehn Jahren als Studioprojekt der beiden luxemburgischen Musiker Roll Rossi und Romain Halsdorf geboren. Am vergangenen Wochenende spielten Halsdorf und Rossi zum ersten Mal als Lapislazuli live, um ihre neue EP „Changing Colors“ vorzustellen. Als Konzertort hatten sich die beiden nicht einen der zahlreichen Musikclubs ausgesucht, um zwei exklusive, einstündige Konzerte zu spielen, sondern die Bühne des Théâtre du Centaure.

Auf das Orchestre Philharmonique musste Sänger Halsdorf für die beiden ersten Auftritte unter dem Namen Lapislazuli verzichten - das Mitglied würde gerne einmal das gesamte OPL mit auf die Bühne holen, um die Popkompositionen des Duos zu spielen. Halsdorf und Rossi hatten im kleinen Theater auch keinen Platz für die 15 Musiker, die theoretisch mit ihnen auf der Bühne stehen müssten. Die elektrischen und akustischen Gitarren wurden live gespielt, Schlagzeug, Perkussion und Synthesizer hatte Komponist Rossi auf seinem Notebook einprogrammiert.

Keine Fehler

Der zweite und zugleich letzte Auftritt am Sonntagabend vor nahezu vollem Haus eröffnete das Duo mit Kompositionen der dritten EP „Baby Darlene“, die Platte, die wegen des sehr überzeugenden Songwritings ohne Zweifel als kurzweiligste Produktion des Duos gelten kann. Als erster Titel der neuen Platte stand die Single „Renegade Love“ auf der Setlist, die zur Freude des Leadsängers nicht von den großen luxemburgischen Radiosender boykottiert wird.

Die Radiofassung, die auch den Sprung auf die CD geschafft hat, klingt als Studiofassung überproduziert. Live auf der Bühne des Centaure spielten Halsdorf und Rossi das Stück ohne Produktionsgimmicks und Klangtand. „Falling in Love“, einer der erfolgreichsten Titel der zweiten CD „Waiting“, mutierte in seiner Bühnenfassung zu einer knapp zehnminütigen Livefassung, in die Rossi ein präzise gespieltes Gitarrensoli einbaute.

Rossi und Halsdorf hatten sich genau auf ihre beiden Auftritte vorbereitet, Fehler leisteten sich die beiden „Studiomusiker“ keine. Weitere Konzerte wird es keine geben.


Alle Infos unter www.romainhalsdorf.com