WORMELDINGEN
PATRICK WELTER

Der 12. „Lëtzebuerger Wäibaudag“ stand ganz im Zeichen neuer Techniken

Der „Lëtzebuerger Wäibaudag“ war auch bei seiner zwölften Ausgabe eine Mischung aus Fortbildung und Branchentreffen. Eine Mischung, die augenscheinlich gut funktioniert, da das Kulturzentrum in Wormeldingen voll besetzt war. Nach den einführenden Reden von Marc Weyer, Winzerverband, und Landwirtschafts- und Weinbauminister Romain Schneider, folgten die Fachreferate. Aus den zahlreichen Vorträgen von Weinbaufachleuten aus Luxemburg und Deutschland stach einer - bedingt durch politische Entscheidungen - besonders heraus. Serge Fischer vom Weinbauinstitut in Remich referierte über den beschlossenen Glyphosatausstieg.

Zu den weiteren behandelten Themen gehörten unter anderem Technikreferate wie etwa zum Thema „Unterstockmechanisierung“ oder die Arbeit mit Drohnen, der Klimawandel und entsprechende Anpassungsstrategien für den heimischen Weinbau, sowie Weinbau als Kulturlandschaft und Konsumtrends. Das Schlusswort gehörte dem Leiter des Weinbauinstituts, Dr. Roby Ley.

Der beschlossene Glyphosat-Ausstieg, über den Serge Fischer sprach, wird vom Weinbau mitgetragen. Die Mehrkosten werden in Teilen von einer Landschaftspflegeprämie aufgefangen. Fischer erläuterte die verschiedenen Wege, Glyphosat zu ersetzen, zum einen technische Lösungen, zum anderen Rückkehr zu chemischen Präparaten. Aus seinem Vortrag ging klar hervor, dass die technische Lösung zwar aufwendig ist, weil sie auch die Kombination verschiedener Techniken wie beispielsweise Flachschar und Bürsten verlangt - dank der schweren Böden an der luxemburgischen Mosel. Trotz des höheren Arbeitsaufwands machte Fischer klar, dass sich der Einsatz von Chemie - die auch für den Winzer nicht ungefährlich ist - auf Weinberge beschränken sollte, die nicht mit fahrendem Gerät zu erreichen sind. „Man darf auch mal etwas Kraut stehen lassen“, erklärte Fischer, der „aufgeräumte“ Wingert sei kein Qualitätsmaßstab mehr. Durch zusätzliche Prämien wird insbesondere die mechanische Mehrarbeit in den Steillagen (Steigung über 30 Prozent) gefördert. Der Ankauf notwendiger Maschinen wird mit 20 Prozent bezuschusst, die Höchstfördermenge liegt bei 100.000 Euro. Vor allem kommt es aber auf ein verändertes Denken an, so Fischer abschließend.