LUXEMBURG
NICO PLEIMLING

Ice in my Eyes präsentieren ihr selbstbetiteltes Debüt-Album am Freitag im Exit07

Fast ein Jahr ist es her, dass der Ex-Frontmann von Metro, Olivier Treinen, ein erstes Ausrufezeichen gesetzt hat mit seiner neuen Band Ice in my Eyes, welche im Sommer 2012 gegründet wurde. Ende März 2013 stellte das Quartett seine erste Single „We are Strangers“ im Exit07 vor, anschließend folgte im Juni die Veröffentlichung der 7“-Single „Move/New Haven“.

Inzwischen hat der Bassist Yves Stephany die Band verlassen und wird derzeit vom Hal Flavin-Bassisten Mike Koster ersetzt. Am Freitag stellt die Band in ihrer neuen Konstellation im Exit07 ihr selbst betiteltes Debüt-Album vor.

Neben dem Auftritt von Ice in my Eyes stehen ab 20.30 DJ-Sets von Silent Kid und Plastic Pedestrian auf dem Programm.

Der Weggang von Yves Stephany ist sicher dadurch bedingt, dass euer Bassist Vater geworden ist?

Olivier Treinen Ja, das stimmt und seine Entscheidung, etwas langsamer zu treten, können wir absolut nachvollziehen. Ein Projekt wie Ice in my Eyes beansprucht selbstverständlich ein wenig Zeit und die hat Yves momentan nicht. Er macht aber weiter seine Techno- und Electro-Sachen. Es ist natürlich schade, dass er aufgehört hat, aber es war ein logischer Schritt. Er hat übrigens das Cover des Albums gestaltet.

Wie ist die Wahl auf Mike Koster als neuen Bassisten gefallen?

Treinen Er hat irgendwann mitbekommen, dass wir jemand suchen und hat uns gefragt, wieso wir ihn denn nicht kontaktiert haben. Da er bei Hal Flavin in die Saiten gegriffen hat, war es für uns klar, dass wir ihn nicht abwerben wollten. Es ist aber so, dass seine Band derzeit auf unbestimmte Zeit inaktiv ist und da er daher etwas frei ist, hat sich eine Zusammenarbeit entwickelt. Er hat sich sehr in unser Projekt rein gestürzt, was natürlich cool ist. Wie es aber in Zukunft weitergehen wird, hängt davon ab, ob Hal Flavin irgendwann weitermachen werden und ob Mike gegebenenfalls bei zwei Bands gleichzeitig in die Saiten greifen will.

Hat dieser Personalwechsel einen Einfluss auf eure Musik?

Treinen Auf jeden Fall! Eines der Stücke basiert auf einer Basslinie von Mike. Ganz am Anfang habe ich ja meistens Ideen und Melodien mit in den Proberaum genommen, inzwischen arbeiten wir aber mehr und mehr als Band und inspirieren uns gegenseitig. Dies machte sich schon nach dem Weggang des ersten Gitarristen Joe Klein bemerkbar, der ja durch Ben Thommes von Inborn ersetzt wurde.

Eure aktuelle Single heißt „Idle Love“. Worum gehts in diesem Song?

Treinen Es ist eigentlich ganz einfach ein Love-Song, den du schreibst, wenn du dich zum Beispiel gerade frisch verliebt hast. Es ist einfach ein himmelhochjauchzender Love-Song, mehr nicht.

Gibt es eine allgemeine Stimmung, welche dieses Debütalbum prägt?

Treinen Die anderen Bandmitglieder haben gemeint, die Stimmung sei relativ „dark“. Das liegt wohl daran, dass ich nur schreiben kann, wenn alles perfekt ist, oder wenn alles nicht so toll ist. Das hängt wohl damit zusammen, dass ich in meiner Jugend viel melancholische Musik, sprich New Wave gehört habe. Dieser Einfluss findet sich wohl auch auf dem aktuellen Album. Die Texte, die ich für Ice in my Eyes schreibe, sind persönlicher, als bei Metro und knüpfen von der Thematik her eher an mein Solo-Projekt Lo-Fi an.

Wer hat die Scheibe produziert?

Treinen Sam Wirtz ist unser Mann am Mischpult und er hat uns nach Belgien begleitet, wo wir in den La Chapelle Studios aufgenommen haben. Dort hatten wir schon im vergangenen Jahr mit Yves ein paar Songs eingespielt. Stephen Malkmus, der Ex-Sänger von Pavement hat dort übrigens auch schon eine Platte mit seiner aktuellen Band The Jicks aufgenommen. In dieser früheren Kapelle stehen viele Klaviere und die Opulenz des Raumes hört man sofort auf der Platte. Anschließend hat Charel Stoltz die Aufnahmen abgemischt. Das Mastering haben wir in Brüssel gemacht. Es ist immer gut, wenn du andere Ohren hast, die dir den Weg gewissermaßen aus den eigenen Kompositionen zeigen.

Das Album-Cover ist wie gesagt von Yves Stephany. Das Bild sieht verdächtig nach einer Mikroskop-Aufnahme aus?

Treinen Ja, soweit ich es verstanden habe, handelt es sich um ein algenartiges oder krebsartiges Geschöpf. Da wir auf der EP einen Diamanten abgebildet hatten, hat Yves etwas recherchiert, wie so ein Stein unter dem Mikroskop aussieht. Dabei ist er irgendwann auf diese Lebensform gestoßen. Es ist wirklich ein cooles Cover.


Ice in my Eyes stellen ihr Album am Freitag
um 20.30 im Exit07 vor. Eintritt & CD: 10 Eurowww.facebook.com/iceinmyeyes2013