PASCAL STEINWACHS

Da hat es die „Welt am Sonntag“ doch wirklich geschafft, in das Allerheiligste der Vereinigten Staaten von Brüssel einzudringen, nämlich ins Präsidentenbüro von Jean-Claude Juncker, und der ist nicht nur recht hemdsärmelig („beim Eintritt seiner Gäste streift sich der joviale Luxemburger noch schnell sein Jackett über“), sondern - für einen Politiker - auch ungewöhnlich gebildet, stehen hinter seinem Schreibtisch doch tatsächlich auch Kunstbände, und „einer davon stammt von El Greco“ (nicht zu verwechseln mit Junckers Lieblingsgriechen in Brüssel, obwohl dessen Wiener Schnitzel irgendwie auch kleine Kunstwerke sind).

Dass wer auf El Greco steht, aber nicht unbedingt auch auf Yanis Varoufakis stehen muss, macht der plötzlich nicht mehr ganz so joviale EU-Chef dann aber unmissverständlich deutlich: „Ich muss nicht mit dem griechischen Finanzminister sprechen. Meine Ansprechpartner sind Staats- und Regierungschefs“. Und dass das auch in Zukunft so bleibt, schlägt Juncker dann auch gleich vor, eine EU-Armee ins Leben zu rufen. Übrigens sehr zum Leidwesen von Außenministerlegende Asselborn, der im www-Tageblatt daran erinnern musste, dass das Ganze eigentlich ein alter Hut ist. Der Schal von Varoufakis ist jedoch von Burberry...