LUXEMBURG
CORDELIA CHATON

2015 wird dieser Geschäftsbereich in Luxemburg an Bedeutung zunehmen

Die Commerzbank will auch dabei sein. „Als erste große Filialbank führen wir ab 2. Januar 2015 eine Sicherheitsgarantie für Kunden ein, die für ihre Online-Geschäfte Foto-TAN oder mobile TAN nutzen“, sagte Privatkundenvorstand Martin Zielke der Deutschen Presse-Agentur in Frankfurt. „Das heißt: Die Commerzbank übernimmt in Problemfällen die vollständige Haftung und erstattet die komplette Schadenssumme - vorausgesetzt, der Kunde ist sorgfältig mit seinen Daten umgegangen.“ Bisher galt eine Selbstbeteiligung der Kunden von 150 Euro.

Electronic Banking ist das, was Banken gleichzeitig Sorgen macht und hoffen lässt. Wenn immer mehr Kunden Smartphones, Tablets oder den PC am Arbeitsplatz für Bankgeschäfte nutzen, müssen die Banken entsprechende Dienste anbieten. Das tun sie auch - allerdings sind die Sicherheitsstandards unterschiedlich. Als veraltet gilt beispielsweise das System mit TANs - so genannten Sicherheitsnummern - die die Bank dem Kunden auf Papier zuschickt. Computerexperten halten auch das Versenden von TANs per SMS nicht für wirklich sicher. Besser ist da schon eine Flicker-TAN: Dabei generiert ein Gerät eine TAN, die als Strichcode gescannt wird und dank eines speziellen Geräts dann als Zahl sichtbar wird. Als höchste Sicherheitsstufe in Deutschland gilt HB CI mit Chipkarte. Aber das setzt ein rund fünfzig Euro teures Lesegerät voraus.

Luxemburger Modell

Diese Methoden können noch um einige ergänzt werden. So arbeiten Luxemburger Banken mit einem Code-Generator, „Signing Server Token“, der im Juni diesen Jahres vorgestellt wurde. Aber auch Smart Card oder Signing Stick - ein USB-Stick - werden akzeptiert. Bei diesen Modellen greifen Luxemburger Banken auf Luxtrust als Partner zurück. Die Lösungen gibt es sowohl für private als auch für geschäftliche Kunden. Damit will der Bankenverband eine sichere Lösung anbieten.

Electronic Banking hat für Luxemburg nicht nur eine interessante Seite hinsichtlich der Nutzung durch Kunden. Auch am Finanzplatz selbst tut sich viel - oft unbemerkt von der Öffentlichkeit. Nur ein Beispiel: Während in diesem Jahr sehr viele deutsche Landesbanken schlossen, die hauptsächlich mit Arbitragemodellen Geld verdienten - wie die Landesbank Berlin Int. oder die LBBW Luxemburg S.A. - kamen auf der anderen Seite neue Unternehmen aus dem elektronischen Bezahlverkehr nach Luxemburg. So hat Stubhub Services, das US-Zahlungssystem von Ebay, seit diesem Jahr ebenso seinen Sitz in Luxemburg wie Ipay, Cyber Services Europe oder Huellemann und Strauss Online. Hinzu kommt noch Alipay, die größte Online-Zahlungsplattform Chinas, die zur Alibaba-Group gehört und Zahlung per Smartphone anbietet - ganz zu schweigen von Paypal und Amazon Payments, die bereits in Luxemburg ihren Sitz haben.

DigiCash, Flashiz sowie PayCash bieten in Luxemburg mobile Bezahllösungen an. Damit wird das Land zu einer Art Testfeld für mobiles Bezahlen. Laut einer Umfrage der ING von 2013 nutzen 41 Prozent der Luxemburger mobiles Bezahlen via Smartphone. Trotz der vielen iPhones der Luxemburger wird es aber noch nicht direkt etwas mit dem Apple-Bezahldienst Apple Pay. Denn die EU will die Gebühren für Kartenzahlung deckeln. Sicher ist aber: Electronic Banking wird zunehmen.