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14. Gipfel der Großregion in Mainz - Neues Haus der Großregion kommt nach Esch/Alzette

Auf dem 14. Gipfel der Großregion der gestern in der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt Mainz tagte, ist eine wichtige Entscheidung gefallen. Ein neues, erweitertes Haus der Großregion wird in Esch/Alzette angesiedelt. Damit erhält die größte Teilregion innerhalb der EU einen weiteren institutionellen Baustein.

Stabweitergabe an die Wallonie

Mit dem 14. Gipfel gibt Rheinland-Pfalz die Präsidentschaft nach zwei Jahren, an die belgische Wallonie weiter. Die Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz, Malu Dreyer, hat zum Abschluss Präsidentschaft Bilanz gezogen: „Drei Sprachen, vier Länder, fünf Regionen und 11,2 Millionen Menschen, das ist die Großregion im Herzen Europas. Rheinland-Pfalz hat in den vergangenen zwei Jahren gerne seinen Beitrag dazu geleistet, die Ausstrahlungskraft der Großregion weiter zu steigern. Mir war es vor allem wichtig, Maßnahmen und Projekte zu initiieren, die einen direkten und nachhaltigen Mehrwert für die Bürger und Bürgerinnen haben“.

Deshalb freue es sie besonders, dass während ihrer Gipfelpräsidentschaft das Gipfelsekretariat im Haus der Großregion in Luxemburg eingerichtet werden konnte. „Das gemeinsame Sekretariat ist Anlaufstelle für Fragen der Bürger und Bürgerinnen und wird die erfolgreiche Zusammenarbeit auch mit anderen großregionalen Akteuren und Institutionen weiter verdichten“, erläuterte Ministerpräsidentin Malu Dreyer. Dazu beitragen werde auch das neue, erweiterte Haus der Großregion in Esch/Alzette, das viele grenzüberschreitende Institutionen unter einem Dach vereinen werde.

Mobilitätskonzept für Rheinland-Pfalz, Saarland und Luxemburg

„Mit mehr als 200.000 Grenzgängern und Grenzgängerinnen hat die Großregion die höchste Anzahl an Pendlern und Pendlerinnen in der Europäischen Union“, so Ministerpräsidentin Malu Dreyer weiter. Rheinland-Pfalz habe daher einen Schwerpunkt auf die Verbesserung des grenzüberschreitenden öffentlichen Personenverkehrs gesetzt, um Alternativen zum motorisierten Individualverkehr zu eröffnen. Ein wichtiger Baustein sei die Erarbeitung eines grenzüberschreitenden Mobilitätskonzepts zwischen Luxemburg, Rheinland-Pfalz und dem Saarland.

„Wir haben während der rheinland-pfälzischen Gipfelpräsidentschaft mit großer Freude daran gearbeitet, die Zusammenarbeit in der Großregion weiter zu stärken. Ich bin sicher, dass unsere wallonischen Partner bei ihrer Gipfelpräsidentschaft daran anknüpfen und gleichzeitig mit neuen Initiativen die Großregion weiter stärken werden. Gemeinsam können wir viel bewegen“, so Ministerpräsidentin Malu Dreyer.

Grenzüberschreitender Arbeitsmarkt

Vorgestellt wurde auch die am 5. November abgeschlossene Rahmenvereinbarung zur interregionalen Berufsbildung zwischen den Arbeitsministern und Wirtschafts- und Sozialpartnern der Großregion. Sie soll den Abschluss konkreter Vereinbarungen vereinfachen.

So haben das Saarland und die Region Lothringen im Juni 2014 eine spezielle Vereinbarung für eine grenzüberschreitend integrierte Ausbildung von Jugendlichen getroffen.

Problem französische Territorialreform

Die saarländische Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer wies auf ein zurzeit noch schlecht abzuschätzendes Problem hin: Eine große Herausforderung in der Zukunft wird in der Frage liegen, wie sich die französische Territorialreform - die die Zusammenlegung der Teilregion Lothringen mit den Nachbarn Champagne Ardennes und Elsass vorsieht - auf die Zusammenarbeit in der Großregion auswirken wird.