LUXEMBURG
CHRISTIAN BLOCK

Erzieher und Sozialpädagogen mobilisieren gegen Reform im Öffentlichen Dienst

Zwar begrüßen die Berufsverbände der Erzieher und Sozialpädagogen, dass sie im Zuge der Reform im Öffentlichen Dienst beim Staat künftig richtig einklassiert werden und eine Bachelor-Laufbahn eingeführt wurde. Obwohl der Verlauf der Bachelor-Laufbahn nicht den Forderungen der Sozialpädagogen entspricht, sei dennoch ein Schritt in die richtige Richtung unternommen worden.

„Klare Unterbewertung der bereits eingestellten Erzieher und Sozialpädagogen“

Doch für die „Entente des professions éducatives et sociales“ (EPES) wird die Reform auf Kosten derer durchgeführt, die zehn, 20 oder 30 Jahre im Staatsdienst tätig sind. Die Erzieher und Sozialpädagogen wollen nun gegen diesen Missstand mobilisieren. Sie kündigen an, „alle nötigen und möglichen Schritte zu unternehmen“. Dazu gehören Informationsversammlungen und Gespräche mit Gewerkschaften. Ihrem Rechenbeispiel zufolge erhält ein Sozialpädagoge, der 20 Jahre gearbeitet hat, 340 Punkte, während ein Neueingestellter 455 Punkte erhält. Bei einem Punktwert von rund 18,06 entspräche das einem Unterschied von 2.077,39 Euro monatlich zwischen der neuen und der reklassierten Laufbahn. Um „Peanuts“ handelt es sich demnach also nicht: „Die Berufslaufbahnen der bereits eingestellten Erzieher und Sozialpädagogen bleiben also trotz Gehälterabkommen in der neuen Reform des öffentlichen Dienstes weiterhin klar unterbewertet“. Darüber hinaus werde die Zusammenarbeit zwischen Schulen und Betreuungseinrichtungen durch den so genannten „Plan d‘encadrement périscolaire“ „durch die unterschiedlichen Statuten und extrem unterschiedlichen Gehälterstrukturen von vornherein torpediert“.

Anfrage im Ministerium seit März unbeantwortet

Eine im März angefragte Unterredung zwischen den Ministern Cahen und Meisch und den Berufsverbänden ist laut EPES bis heute unbeantwortet geblieben. Im März waren rund 700 Sozialpädagogen und Erzieher auf die Straße gegangen, um ihrem Ärger Luft zu machen. Dieses Treffen sei auch wichtig, um die Pläne der Regierung für eine zweisprachige Frühförderung zu diskutieren. Denn dieses Vorhaben bedürfe „einigen präziseren Erklärungen der Sachlage“, um nicht die Beteiligten weiter zu verunsichern. Außerdem fordert die Entente einen Zukunftstisch für alle Fragen, die die Erziehungs- und Familienpolitik betreffen.