LUXEMBURG
JEFF KARIER

Mit der letzten Auflage des „Food for your Senses“-Festivals endet eine Ära

Für viele war es ein Wechselbad der Gefühle. Denn am Wochenende fand zum letzten Mal das „Food for your Senses“-Festival statt. „Für viele ist ein besonderer Moment. Bei einigen floss auch die ein oder andere Träne“, erklärt Luka Heindrichs, einer der Hauptorganisatoren des Festivals. Dieses startete 2005 recht bescheiden und organisiert von einer Gruppe von Freunden und Musikliebhabern. Im Laufe der Jahre wurde es zu einem der bedeutendsten Veranstaltungen für die luxemburgische Kulturszene.

Hier konnte sich die luxemburgische Musikszene austoben, ausprobieren und austauschen. Und die Liste an lokalen Bands liest sich wie das Who’s Who der Szene. Sechs dieser Gruppen traten dann auch ein letztes Mal auf dem Festival auf. Den Anfang machte „The Disliked“. „Es war wirklich toll, auch wenn es nur ein kurzer Auftritt war. Die Leute waren richtig heiß“, meint Gitarrist Cédric Metz. Es folgten „Versus You“, „Inborn!“ sowie „Mutiny on the Bounty“. Für Nicolas Przeor, Guitarist von „Mutiny on the Bounty“ war es einfach toll mit all den Bands nochmal hier spielen zu können und sich wiederzusehen. „Die Stimmung untereinander war einfach großartig.“ Ganz besonders war der Auftritt von „Eternal Tango“. Die Band hatte sich eigentlich 2012 aufgelöst. Für das Festival standen sie nun aber wieder auf der Bühne und spielten einige ihrer größten Hits. Abgerundet wurde der Auftritt von „De Läb“, die nicht enttäuschten und eine tolle Show ablieferten.

Eine Ehre

Junge Musiker wie Christina Kalyss oder auch MAZ, für die es der erste „Food“ war, bei dem sie auf der Bühne standen, drückten mehrfach aus, welche Ehre es für sie war auf der letzten Auflage des Festivals spielen zu dürfen. Dies gilt auch für „C‘est Krama“, die es sehr schade findet, dass es keinen „Food“ mehr geben wird. Über ihren Auftritt freute sie sich jedoch umso mehr, war dieser doch sehr gut besucht. „Ich dachte nicht, dass bereits um 15.00 so viele Menschen hier sein würden. Es hat wirklich viel Spaß gemacht“, meint die junge Künstlerin, die das Publikum mit ihrer einfühlsamen Musik verzaubern konnte.

Für gute Stimmung sorgte am Sonntag die Brassband „Hunneg Strëpp“, die Cover von Hip-Hop über Pop und Rock bis hin zu Elektro spielen. Für Trompetist Max Lucas war es eine „mega“ Erfahrung. „Man spürt die Festivalstimmung im Publikum, die Leute sind richtig mitgegangen. So macht es wirklich Spaß Musik zu machen.“

Freudige Entdeckungen

Neben den nationalen Künstlern traten aber auch eine Reihe an internationalen Musikern auf. Der bekannteste Name dürfte Kate Tempest aus Großbritannien gewesen sein. Für das Festival typisch fand sich hierbei aber auch die ein oder andere freudige Entdeckung. Etwa die Österreicher von „Cari Cari“, die ihre Musik als Tarantino-Rock bezeichnen. Aber auch „Malaka Hostel“ aus Freiburg waren mit ihrem Ska Balkan Swing eine positive Überraschung.

Teil des Festivals waren ebenfalls wieder Künstler aus anderen Disziplinen. Etwa das Künstlerduo „The Lost Boys“, die zusammen mit Diane Jodes die Kunstinstallation „The Age of Spin“ für das Festival schufen. „Wir wollten die tägliche Informationsflut thematisieren, in der man nicht mehr Fakt von Lüge unterscheiden kann und haben den Container als Leinwand benutzt“ erklärt einer der Künstler.

Insgesamt verlief das Festival wunderbar. Das Wetter war sehr sonnig, auch wenn man am Samstag gegen 14.30 einige starke Windböen und dunkle Wolken kurz ein Unwetter befürchten ließen. Die Zahl an Besuchern zeigt dann auch, dass das Interesse an einem solchen Kulturevent nach wie vor groß ist. An beiden Tagen waren jeweils fast 3.000 Menschen auf dem Festivalgelände. Entsprechend bleibt zu hoffen, dass es in Zukunft wieder ein solches Open-Air Festival im Großherzogtum geben wird. Das „Food for your Senses“-Festival aber wirklich ersetzten, das wird jedoch nie gelingen.