LUXEMBURG
PATRICK VERSALL

Sleeper’s Guilt Mitglied Chris Schmit hat seine erste Soundtrackarbeit veröffentlicht

Mehr Filmkomponisten braucht das Land, oder zumindest mehr Komponisten, die auch den einen oder anderen Auftrag erhalten. Selbst die luxemburgischen Produktionsfirmen wissen nicht immer genau, wer für einen Soundtrackauftrag alles in Frage kommt und so kann es passieren, dass meistens dieselben drei oder vier Komponisten ran dürfen. Mit seinem Soundtrack zum Film „Swedolation of Smaug“ (siehe Kasten) empfiehlt sich der Luxemburger Chris Schmit unter seinem Pseudonym Chris T.Ian für höhere Kompositionsaufgaben. Schmit ist ein festes Mitglied der luxemburgischen Metalband Sleeper’s Guilt. Es habe ihn immer in den Fingern gekribbelt, irgendwann Titel für einen Soundtrack zu komponieren. Was ihm allerdings lange Zeit gefehlt hat, war der dazugehörige Film.

Zehn Monate Arbeit

Der erste Titel, der für das „Swedolation of Smaug“ zurückbehalten wurde hat Schmit ins Blaue komponiert und nicht auf eine Filmszene geschrieben. Als die Drehbuchautorin zum ersten Mal „Laketown“ gehört habe, hätte sie sofort gewusst, welche Szene der Titel untermalen solle, erinnert sich Schmit im Gespräch.

Der Gitarrist hat an einer privaten Musikschule das Musik-ABC erlernt, Kompositionskurse belegte er damals jedoch keine. „Ich komponiere ein bisschen nach Gefühl, habe mir aber auf der Videoplattform Youtube zahlreiche Tutorials angesehen. Des Weiteren habe ich das einige Arrangements analysiert und sogar wieder das eine oder andere Lehrbuch ausgegraben“, erklärt der Komponist. Während zehn Monaten arbeitete Schmit am Soundtrack, auf fast allen Aufnahmen spielt sein Rechner die Instrumente. Nach zwei bis drei Tagen Arbeit war ein Titel im Kasten.

Schlusstitel mit Bandkollegen eingespielt

Zur Original-Hobbit-Filmmusik von Howard Shore hatte der Komponist während dem Kompositionsprozess eine gewisse Distanz aufgebaut.

Die Original-Filmmusik habe er ausklammern können, die Bilder aus dem Jackson-Film habe er aber stets im Gedächtnis gehabt, unterstreicht der Musiker, der als seine Vorbilder Shore, John Williams und Danny Elfmann angibt „Mich fasziniert sehr oft das Sounddesign“, bemerkt Schmit und ergänzt, dass seine erste Soundtrackarbeit nicht seine letzte sein solle.

Für den letzten Titel des Albums holte er sich übrigens seine Kollegen von Sleeper’s Guilt ins Aufnahmestudio, um eine Metal-Fassung von Ed Sheeran’s Hobbit-Titel „I see fire“ einzuspielen.

Er würde demnächst seine Erfahrung, die er bei der Soundtrackproduktion gesammelt habe, in das Komponieren der neuen Sleeper’s Guilt-Stücke einfließen lassen, verrät Schmit.