Ein Stahlgefäß gefüllt mit glasklarem Wasser als Art Läufer vor Max Mertens „Wundernehmer“- Expo in der Galerie Clairefontaine. Passiert man den schmalen Gang im Eintrittsbereich des Espace 2, so setzt sich die Schaufel der Installation in Gang und erzeugt Wellen im schmalen Bassin.
„Wellen schlagen“: Es bedarf wenig Fantasie, die auf die Architektur des Raumes zugeschnittene Installation mit dem Logo der Galerie zu assoziieren, die in diesem Jahr ihr 25-jähriges Jubiläum feiert. Und nicht selten schlagen Kunstschaffende mit ihren Werken hohe Wellen, nicht nur im Kunstmilieu.
Verschlüsselte Aussagen
Die aktuelle Ausstellung spielt mit Gegenständen, die dem Betrachter vertraut sind - Ventilatoren, überdimensionale Luftballons, „old-fashioned“ Nachttischlampen- , alles Komponenten, die Mertens zu Kunstobjekten zusammenkittet, deren verschlüsselte Aussagen von den Betrachtern entschlüsselt werden müssen. Codes, Verschlüsselungen, Themen, die Max Mertens Gesamtwerk durchziehen, und die bei näherem Betrachten vielleicht das Kunstverständnis des einen oder anderen ins Wanken bringen. Oder einfach nur für Verblüffung sorgen. „Reststrom“, eine Installation, die aus vier versetzt hintereinander stehenden Lampen besteht, die allesamt wie von Geisterhand in regelmäßigen Zeitintervallen aufleuchten und wieder erlöschen, verblüfft den Betrachter schon alleine wegen der technischen Raffinesse.
Wie von Geisterhand
Die Stecker der vier Lichtquellen, die Mertens allesamt im Familien- und Bekanntenkreis ausfindig gemacht hat, liegen ordentlich zusammengewickelt neben den Lampen auf hölzernen Podesten. Woher stammt das letzte Quäntchen Restenergie? Die Antwort darauf liegt nur unweit der Installation. Die Exponate sorgen mal mehr, mal weniger für Staunen, nicht von ungefähr findet sich der Titel der Ausstellung im schweizer-deutschen Sprachgebrauch wieder und heißt nichts weiteres, als dass man über etwas erstaunt ist.
Der Luxemburger Max Mertens präsentiert die Schlüssel zu seiner Kunst nicht auf dem Silbertablett; so ist das spielerische Element im Endeffekt nur Camouflage, die der Blick des einzelnen durchdringen muss, um zum Inhalt vorzudringen.
„Wundernehmen“ von Max Mertens. Bis zum 8. Juni im Espace 2 der Galerie Clairefontaine, 21, rue du St.Esprit in Luxemburg-Stadt. www.galerie-clairefontaine.lu



