DEN HAAG
LJ

20 Verdächtige festgenommen

Die Ermittler aus zehn Nationen führten eine Operation durch, welche zum gänzlichen Niedergang der albanisch-sprechenden „Kompania Bello“-Gruppe führte. Dies teilte Europol gestern in einem Schreiben mit. Es handelt sich hierbei um eine der aktivsten Kokain-Schmuggelnetzwerke Europas.

Koordinierter Einsatz

In den frühen Stunden des 15. September haben hunderte Polizisten, mitsamt Spezialinterventionsteams, Hausdurchsuchungen durchgeführt. Hierbei wurden fünf Personen in Italien, zwei Personen in den Niederlanden, zwei Personen in Deutschland, zwei Personen in Griechenland sowie eine Person in Rumänien, Ungarn, Spanien und den Vereinigten Emiraten von Dubai festgenommen. Bei fünf weiteren Personen klickten in Albanien die Handschellen. Sie landeten in Untersuchungshaft aufgrund des internationalen Handels mit narkotischen Substanzen, des illegalen Besitzes und Vertriebs von Drogen und körperlichen Angriffen, einschließlich Mord. Diese Festnahmen folgen auf 84 andere Festnahmen, welche im Rahmen der Ermittlungen bereits in Italien, Ecuador, den Niederlanden, Großbritannien, der Schweiz und Deutschland vorgenommen wurden.

Vier Tonnen Kokain beschlagnahmt

Die Festnahmen erfolgen auf eine komplexe und fünf Jahre andauernde Untersuchung. Sie wurde allen voran von der italienischen Polizei geführt, dies unter der Leitung der Staatsanwaltschaft von Florenz. Es wird als die größte Aktion gegen eine albanisch-sprechende Gruppe bezeichnet und ist das Resultat intensiver Zusammenarbeit zwischen den Ermittlern aus Italien und den Niederlanden. Vier Tonnen Kokain und 5,5 Millionen Euro wurden im Verlauf der Ermittlungen beschlagnahmt.

Ausgeklügeltes Model

Europol geht auch kurz in die Arbeitsweise der Gruppe ein. So war es lange üblich, dass die internationalen Importeure des Kokains getrennt von den Verkäufern und den Banden auf der Straße arbeiteten. Diese Gruppierung kontrollierte jedoch die ganze Handlungskette. So wurde in riesigen Lieferungen Kokain aus Südamerika importiert und in ganz Europa verteilt. Über besonders verschlüsselte Kommunikationsmittel haben die Hauptmänner hinter der Bande direkt mit den südamerikanischen Drogenkartellen kommuniziert. Zur Einfuhr wurden die großen Häfen Europas genutzt. Mit Hilfe von Komplizen in Italien, den Niederlanden und Albanien wurde die weitere Verteilung durch Europa organisiert.  Bei der Geldwäsche kam ein chinesisches System zum Einsatz, das es den Ermittlern erschwerte, die Geldflüsse zu erkennen. Es wird vermutet, dass Millionen von Euro auf diese Art und Weise weiß gewaschen wurden.