BERLIN/MÜNCHEN
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Opec sieht Abflauen der US-Schieferölproduktion - Globaler Energieverbrauch steigt

Der Schieferöl-Boom lässt die USA bald zum weltweit führenden Erdölproduzenten werden. Die Opec rechnet aber damit, dass die Förderung schon in wenigen Jahren wieder abflaut.

„An vielen Bohrorten gehen die Förderraten schon jetzt stark zurück, mitunter um 60 Prozent binnen eines Jahres“, sagte der Generalsekretär der Organisation Erdölexportierender Länder (Opec), Abdallah Salem El-Badri, der Wirtschaftszeitung „Euro am Sonntag“. Die nordamerikanische Schieferölausbeute werde demnach bis 2018 auf knapp fünf Millionen Barrel pro Tag ansteigen, danach aber zurückgehen. Demgegenüber werde die Opec-Förderung bis 2035 um zehn Millionen Barrel pro Tag auf insgesamt 47 Millionen Barrel pro Tag steigen, prognostizierte Salem El-Badri.

Die USA hatten im Oktober zum ersten Mal seit fast zwei Jahrzehnten wieder mehr Erdöl gefördert als aus anderen Ländern eingeführt wurde. Den Boom bei Öl und Gas ermöglichen neue Energie-Fördermethoden wie das umstrittene Fracking.

Treibhausgasemission steigt weiter

Nach früheren Angaben der Internationalen Energieagentur (IEA) werden die USA 2015 die Rolle des führenden Erdölproduzenten übernehmen und sich damit von Importen unabhängig machen. Was den globalen Energieverbrauch angeht, prognostiziert die IEA, dass der Energieverbrauch in Schwellen- und Entwicklungsländer signifikant ansteigt, was auch zu einem weiteren Anstieg des CO2-Ausstoßes führen wird. Durch die Zunahme des Energieverbrauchs werde bis 2035 der Anteil erneuerbarer Energiequellen jenen fossiler Träger lediglich von heute 82% auf 75% reduzieren.

Nach wie vor setzen die Staaten mit großem Energieverbrauch auf nicht erneuerbare Energieträger: Die USA sind bei Gas, Öl, Kohle und Atomkraft jeweils unter den Top-3 der Produzenten zu finden. China ist der größte Kohleproduzent, während die Länder, die am meisten Sonnenenergie produzieren Deutschland, Spanien und Japan sind.