Es lag was in der Luft nach Zypern-Vergleich und Offshore-Leaks. Luxemburg müsse „seine Wagenburg-Mentalität überdenken“, forderte am Samstag der „Wort“-Leitartikler. Wenig später titelte die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“: „Luxemburg knickt ein“, nachdem unser Finanzminister dem Blatt verriet, das Ländchen sei nicht mehr strikt gegen einen automatischen Informationsaustausch und baue sowieso nicht auf Kunden, die Steuern sparen wollen. Die Regierung, nicht nur von anderen EU-Staaten, sondern auch von den USA (Stichwort FATCA) mächtig unter Druck, muss den Bankplatz aus der Hurrikan-Zone bugsieren. Was das alles konkret für die Wirtschaft allgemein und die Staatsfinanzen bedeutet, wird der Premier der Nation am Mittwoch erklären und gleichzeitig schwere Anstrengungen von ihr verlangen. A propos Lage der Nation: Der Wirtschaftsminister tingelt seit Wochen mit seiner durch die Lande. Beim LSAP-Sektionsumtrunk in Käerjeng - der Gemeinde, die laut LSAP-Generalsekretär übrigens von einem schrecklichen „Alleinherrscher“ geführt wird, wie das „tageblatt“ berichtet - freute sich Genosse Schneider über das klitzekleine BIP-Wachstum, niedrige Staatsverschuldung und geringes Staatsdefizit. Dabei tritt das Wirtschaftswachstum seit 2008 quasi auf der Stelle und besteht bei Schuld und Defizit akute Explosionsgefahr.