LUXEMBURG
PASCAL STEINWACHS

Beruf des Psychotherapeuten wird gesetzlich geregelt

Jetzt hat auch Luxemburg endlich ein modernes Psychotherapiegesetz“, freute sich Gesundheitsministerin Lydia Mutsch (LSAP) gestern Nachmittag zum Abschluss einer knapp dreistündigen Debatte über die Schaffung einer gesetzlichen Basis für den Beruf des Psychotherapeuten, war letzterer doch hierzulande bislang kein geschützter Berufstitel. Die Ministerin gab dann auch an, nicht zu wissen, wie viele Patienten momentan in psychotherapeutischer Behandlung seien; Schätzungen zufolge soll aber einer von vier im Laufe seines Lebens mit psychischen Problemen konfrontiert werden, wobei stressbedingte Burn-outs und Depressionen in den letzten Jahren beständig zugenommen haben.

CSV: Vor den Wahlen und nach den Wahlen

Der Zugang zum Beruf des Psychotherapeuten ist in Zukunft denjenigen vorbehalten, die eine spezifische und anerkannte Ausbildung abgeleistet haben; ein wissenschaftlicher Beirat begleitet dann die Anerkennung der Ausbildung. In einer zweiten Phase soll dann auch noch die Kostenübernahme geregelt werden, was der Gesundheitskasse obliegen wird.

Die mandatierte Sprecherin der CSV, Sylvie Andrich-Duval, glaubte ihrerseits, während nahezu einer Stunde sämtliche Schwachpunkte der Gesetzgebung aufzählen zu müssen (eine entsprechende Motion wurde eingereicht), was indes dazu führte, dass dem sonst so besonnenen Kammerpräsident Mars Di Bartolomeo (LSAP) regelrecht der Kragen platzte und er die christlich-soziale Rednerin daran erinnerte, dass er den Gesetzesentwurf als früherer Gesundheitsminister selbst eingereicht habe, und zwar innerhalb einer CSV/LSAP-Koalition. Die CSV habe den Text also früher einmal mitgetragen. Berichterstatter Georges Engel (LSAP) ergriff alsdann in seinem persönlichen Namen das Wort, um sich erstaunt zu zeigen, wie grundlegend die CSV ihre Haltung zum Gesetzprojekt des Psychotherapeuten innerhalb eines Jahres geändert habe, womit Engel natürlich meinte, dass die CSV den Entwurf als Regierungspartei mitgetragen habe, als Oppositionspartei aber plötzlich dagegen sei. DP-Sprecher Edy Mertens gab derweil Einblick in das schwierige Leben eines Allgemeinmediziners im hohen Norden, der, wenn Not am Mann sei, auch schon mal Zahnarzt spielen müsse, was er vor kurzem wieder mal getan habe, ohne sich dafür aber einen Zahnarzt zu nennen. Dass der Beruf des Psychotherapeuten geregelt werde, sei dann auch eine gute Sache.

Das Gesetzprojekt wurde mit den Stimmen der Mehrheitsparteien sowie der adr gutgeheißen, derweil sich die CSV und „déi Lénk“ enthielten.