LUXEMBURG
PATRICK WELTER

Minister Bausch sagt separaten Radweg zwischen Ahn und Machtum für 2016 zu

Wer des Öfteren auf einem Radweg unterwegs ist, dessen einzige Abschirmung gegenüber dem motorisierten Verkehr eine andere Fahrbahnfarbe ist, kennt das latente Gefühl der Unsicherheit, wenn Pkw und Laster am eigenen Drahtesel vorbei donnern. Auch aus Autofahrersicht ist diese Lösung alles andere als der Idealfall.

Hierin lag auch einer der Gründe, warum das Radfahren entlang der Luxemburger Mosel jahrelang nur wenig attraktiv war. Während am jenseitigen Ufer der Radweg meistens über den idyllischen Leinpfad führt und damit weit weg von der Bundesstraße verläuft, gab es auf der hiesigen Seite auf langen Strecken die Lösung mit der Farbe. Zwischen Schengen und Hettermillen war das Radfahren noch angenehm. Im letzten Jahr wurde auch die Lücke zwischen Ehnen und Wormeldingen geschlossen.

Eine de facto Lücke von drei Kilometern

Vieles hat sich zwischenzeitlich getan, nicht zuletzt, weil einige Gemeinden den Bau der Abwasserfernleitungen zur zukünftigen Kläranlage in Grevenmacher dazu nutzten, für mehr Sicherheit der Radfahrer zu sorgen. Doch ausgerechnet da, wo die N 10 schnelles, wenn auch illegales, Autofahren zulässt, ist der Radweg nicht mehr als ein Farbstrich auf der Straße. Formal ist der nationale Radweg PC 3 zwischen Wasserbillig und Schengen lückenlos - aber eben nur formal.

Der liberale Abgeordnete Gilles Baum hat in den letzten Wochen auf dem Weg einer parlamentarischen Anfrage an Nachhaltigkeits- und Infrastrukturminister François Bausch auf den Missstand hingewiesen, dass es trotz eines ambitionierten nationalen Radwegeplans an der Mosel immer noch eine gefährliche Lücke gibt. Zwischen Machtum und Ahn sei die Fahrbahn nicht nur schlecht, sondern auch nur durch Farbmarkierungen von der restlichen Straße getrennt. Ob der Minister sagen könne, ob und wann diese Lücke geschlossen wird und ob es einen Zusammenhang mit den Kanalarbeiten gibt?

Schon im Budget eingeplant

Laut der Antwort von Minister Bausch ist der Lückenschluss schon in der mittelfristigen Finanzplanung vorgesehen, genauer im Haushalt 2015/2016. Das Ausschreibungsverfahren sei in Vorbereitung und könne noch vor den Sommerferien eröffnet werden.

Vorgesehen ist ein Ausbau auf einer Länge von 3.100 Metern. Dabei wird ein Radweg von drei Metern Breite auf der Moselseite der N10 angelegt und gleichzeitig die Fahrbahn der Nationalstraße verengt. Beide werden durch einen Grünstreifen getrennt. Gerade diese Lösung bringt einen deutlichen Sicherheitsgewinn für die Radfahrer mit sich.

Der Minister sieht darin auch eine Chance, den Fahrradtourismus entlang der luxemburgischen Mosel zu fördern.

Lückenschluss 2016

Im günstigsten Falle könnten die Arbeiten noch gegen Ende des Jahres beginnen und bis Juli 2016 abgeschlossen sein, so Bausch. Die Gesamtkosten, die auch die Instandsetzung der N140 auf zweieinhalb Kilometern zwischen Ahn und Machtum umfassen, sollen sich auf drei Millionen Euro belaufen.

Man darf gespannt sein, ob angstfreies Radeln an der ganzen Mosel wirklich ab dem Sommer 2016 möglich ist.