MELBOURNE
KIM GREIS

Studieren in Australien: Ende des Auslandssemesters in Melbourne und beliebte Tagestrips

Meine Zeit in Melbourne nähert sich so langsam dem Ende zu. Schade, aber so ist das nun mal bei Projekten, die nur über einen kurzen Zeitraum gehen. Doch der Endspurt hatte es noch mal so richtig in sich.

Das Projekt, das ich im Rahmen meines Masterstudiums absolviert habe beinhaltete offiziell insgesamt „nur“ drei Vorträge und zwei Abschlussberichte für die University of Melbourne und die Humboldt-Universität zusammen. Aber wie so oft kann man sich, wenn man das denn will, beliebig mehr Arbeit aufladen. So habe ich mich dazu entschieden, meine Forschungsarbeit auch auf zwei lokalen Symposien vorzustellen und ein Manuskript zur Publikation meiner Arbeit zu verfassen. Wenn dann alle Deadlines in die gleiche Woche fallen, kommt eine ganze Menge Arbeit auf einen zu, die aber rechtzeitig bewältigt werden kann.

In der letzten Novemberwoche habe ich so einen offiziellen Abschlussvortrag gehalten für die hiesige Uni, das Manuskript für meine erste eigene Publikation eingereicht und meine Arbeit als Form eines Posters auf einem Symposium an der Monash University vorgestellt. Bei meinem Abschlussvortrag, bei dem die beiden anderen Austauschstudenten ebenfalls ihre Abschlussvorträge hielten, gab es am Ende aber dann ein Essen mit „deutschen“ Spezialitäten.

Zweierlei Universitäten

Der Ausflug an die Monash University selbst war auch sehr interessant. Denn obwohl das Konzept der Monash University dem der University of Melbourne ähnelt, so ist der Campus doch ganz anders. Dieser liegt nämlich etwas außerhalb der Innenstadt von Melbourne, weswegen ihr Raum nicht begrenzt ist und der Campus sehr viele moderne Gebäude aufweist. Großer Nachteil: Der Campus liegt außerhalb der Stadt und ist daher schwieriger zu erreichen.

Ende einer schönen Zeit

Nach der Woche mit den vielen Deadlines blieb ich noch für etwa drei Wochen an der Uni, um meine Arbeit vollständig abzuschließen und meinen Aufenthalt langsam ausklingen zu lassen. Als Abschluss sind wir noch mit der gesamten Arbeitsgruppe gemeinsam Pizza essen gegangen. Als Abschlussgeschenk habe ich einige Fotos erhalten und jeder hat einige nette Worte für mich niedergeschrieben. Ich bin deshalb froh, dass ich mein Forschungspraktikum in so einer netten Arbeitsgruppe absolvieren konnte, in der ich mich so wohl gefühlt habe. Das erhöht die Motivation und Produktivität ungemein.

Vor dem Ende des Auslandssemesters wollte ich aber auch noch die Gegend um Melbourne erkunden. Von Melbourne aus kann man nämlich einige interessante Tagestrips machen. Darunter etwa Phillip Island, die „Great Ocean Road“ und der „Grampian National Park“. Mit einem Mietwagen haben wir uns dazu entschieden, jene Orte zu besuchen, bevor wir Melbourne endgültig verlassen. Ein Auto zu mieten ist übrigens denkbar einfach in Australien und auch preislich in Ordnung. Allerdings müssen alle Fahrer unter 25 pro Tag eine vergleichsweise hohe Gebühr zahlen. Falls ich nochmal das Bedürfnis verspüren sollte, ein Auto zu mieten, dann hoffentlich nachdem ich 25 Jahre alt bin!

Wir sind dann zunächst zur touristisch sehr erschlossenen Insel Phillip Island (oben im Bild) gefahren, die etwa zwei Stunden von Melbourne entfernt ist. Die etwa 100 Quadratkilometer große Insel ist vor allem dafür die schönen Landschaften und Strände, die Pinguin-Parade und vielen weiteren Tieren bekannt, die auf der Insel heimisch sind, wie zum Beispiel Koalas und Wallabys.

Unsensible Touristen

In dem sogenannten „Koala Conservation Centre“ kann man den Alltag von Koalas in ihrem nahezu natürlichen Habitat beobachten. Dieser Alltag besteht zum Unmut vieler Touristen zum größten Teil aus Schlaf, sodass immer viel Begeisterung herrscht, sobald sich ein Tier mal für wenige Sekunden bewegt. Aus guten Gründen steht an den Bäumen, dass man sie nicht schütteln soll.

Das Highlight des Tages war allerdings die „Penguin Parade“, ein Event, dem täglich bis zu 2.000 Touristen beiwohnen. Die auf der Insel heimischen Zwergpinguine kehren abends aus dem Meer aufs Festland in ihre Nester zurück. Unter einem absoluten Fotoverbot darf man dem Event beiwohnen. Es ist schon sehr süß, die kleinen Pinguine zu beobachten, wie sie in Grüppchen das Land betreten und dann schnell über den Sandstrand in das Gebüsch watscheln. Allerdings hat das Ganze auch einen bitteren Beigeschmack, wenn man die ganzen Touristen bedenkt, die jeden Tag zur Insel pilgern, um die Pinguine zu sehen und dann doch versuchen Fotos zu machen und auch allgemein sehr laut sind.

Die „Great Ocean Road“ und den „Grampian National Park“ haben wir innerhalb von zwei Tagen besucht mit Übernachtung in der Stadt Dunkeld die sehr nahe am „Grampian National Park“ liegt und gut vom Ende der „Great Ocean Road“ zu erreichen ist. Letztere ist eine Straße, die sechs Stunden lang am Meer vorbeiführt und sehr schöne Ausblicke und Fotomotive liefert. Die Straße führt an mehreren Wanderwegen, einem Wasserfall und einem Nationalpark vorbei. Aufgrund des starken Regens, der vor allem die ersten Stunden der Fahrt begleitet hat, konnten wir die Aussicht allerdings nur bedingt genießen und auch die Besichtigung des Wasserfalls war wegen des Regens eher ernüchternd. Später klarte das Wetter auf und dank eines Geheimtipps unseres Reiseführers sind wir an einen sehr schönen Strand in der sogenannten „Shipwreck Creek“ gelangt.

Das Ende der „Great Ocean Road“ sind die „Twelve Apostles“, dies sind sehr hohe, im Meer stehende Felsen, die ein sehr beliebtes Fotomotiv sind. Auch im „Grampian National Park“ haben wir vorbei geschaut; er ist wohl vor allem für seine Bergkämme bekannt. Zunächst haben wir den Mount William bestiegen, der mit 1.167 Metern Höhe den höchsten Punkt des Parks darstellt. Den letzten aber dennoch sehr anstrengenden Teil muss man allerdings zu Fuß zurücklegen, damit man eine wunderbare Aussicht über den gesamten Park genießen kann. Weiterhin kann man an dem Picknickort Zumsteins Riesenkängurus beobachten, wenn man Glück hat, was uns leider verwehrt blieb. Daher sind wir danach zu den „McKenzie Falls“ gefahren und dann noch zu weiteren Aussichtspunkten, bevor wir den „Heimweg“ nach Melbourne angetreten sind.