LUXEMBURG
MARCO MENG

Strommarkt in Europa vor dem Umbruch

Europas Strommarkt wandelt sich, und vier Unternehmen wollen ihren Beitrag dazu leisten. Tesla-Chef Elon Musk hat zwar neue Solarprodukte wie die Solar-Dachziegel angekündigt, als Tesla den Solaranlagen-Vertrieb Solarcity kaufte, aber auch auf dem alten Kontinent schlafen die Unternehmen nicht.

Die Firmen LWS (Deutschland, Windturbinen), Zep (Niederlande, Solardachziegeln), EnBR (Frankreich, Geothermiewärmepumpentechnik) und der Systemanbieter Energiebau Ramstein (Luxemburg/Deutschland, intelligente Akkumulatoren/Gesamtsteuerung) haben sich dazu zu einem Konsortium zusammengeschlossen, das ein dezentrales Energieversorgungssystem für Immobilien anbietet.

Professor Michael Elicker, Anwalt und Staatsrechtslehrer an der Universität des Saarlandes in Saarbrücken, wird in der dazu verbreiteten Presseerklärung mit den Worten zitiert: „Ökostrom geht nur dezentral. Nur die dezentrale Versorgung kombiniert mit intelligenter Speichersteuerung kann das Problem der Netzstabilität bei den erneuerbaren Energien lösen.“

Internationale Kooperation zum energieeffizienten Haus

Das, was bisher in Einzelprojekten entwickelt und erprobt wurde, soll nun von Energiebau Ramstein ab 2017 als Gesamtpaket angeboten werden. Das beinhaltet Standard-Dachziegel von ZEP mit integrierten Solarzellen, die sich optisch kaum von herkömmlichen Ziegeln unterscheiden und daher für Neubauten ebenso wie für denkmalgeschützte Objekte geeignet sind. Neben diesen „unsichtbaren“ Zep-PV-Ziegeln kommen LWS-Windturbinen zum Einsatz, die direkt am Dachfirst installiert werden. Die eingesetzten Geothermiewärmepumpen haben ein Direktverdampfersystem mit nur 30 Metern Bohrtiefe.

„Durch unsere Vorarbeiten haben wir weltweit erstmals alle Energielieferanten und die Speicherung in einem umfassend gesteuerten System integriert“, erklärt Hans Kennel, Geschäftsführer der Energiebau Ramstein. „Unser System stellt sich sogar auf die unterschiedlichen Rahmenbedingungen in den einzelnen Ländern ein, so dass wir ein gesamteuropäisches System präsentieren.“

Ähnliche Projekte dürften sich europaweit mehr und mehr entwickeln, denn die Zukunft der Energieversorgung sieht dezentral aus, wie man es aus dem jüngsten Energieplan der EU-Kommission herauslesen kann und selbst der deutsche Energieoligarch E.on auf seiner Webseite schreibt: „Dezentrale Energielösungen gehören zu den Schlüsseltechniken der Energiewende in Europa.“