LUXEMBURG
NIC. DICKEN

ILR sieht Strom- und Gasversorger preislich im Lot, bemängelt aber fehlende Transparenz

Seit seiner Schaffung im Jahre 2000 hat das „Institut Luxembourgeois de Régulation“ (ILR) die Mission, bei der Strom- und Gasversorgung sowie im Bereich der Telekommunikation für einen offenen und korrekten Wettbewerb zwischen den verschiedenen Anbietern und damit letztendlich für ein ausgewogenes Angebot im vorrangigen Interesse der Konsumenten zu sorgen. Dazu gehört insbesondere auch die Kontrolle der finanziellen und technischen Bedingungen für den Zugang zu den jeweiligen Versorgungsnetzen, der für alle Anbieter zu gleichen Konditionen erfolgen muss. Mit zu den schwierigsten Aufgaben des ILR hatte seinerseits die Öffnung der Versorgungsnetze gehört, die flächendeckend entweder der Post (Telekommunikation) oder der Cegedel (Stromversorgung) gehörten und die folgerichtig in ein mehr oder weniger neutrales Statut überführt werden mussten.

Günstige Preise fürluxemburgische Verbraucher

Dass das ILR dieser Aufgabe durchaus gewachsen ist, stellte die Regierungsagentur gestern erneut unter Beweis mit der Veröffentlichung einer neuerlichen Studie über die Strom- und Gaspreise, die in Luxemburg von den verschiedenen Anbietern ihrer privaten Kundschaft in Rechnung gestellt werden.

Die gute Nachricht vorweg: auch wenn der luxemburgische Energiemarkt eher geringe Ausmaße hat und lediglich von national aufgestellten Versorgern bedient wird, so wirkt sich dies keineswegs zum Nachteil der Verbraucher aus. Diese könnten sich ganz im Gegenteil, so das ILR, über ein Preisniveau freuen, das sowohl beim Strom wie auch beim Gas unter dem Durchschnitt der Eurozone liege. Während die Differenz zum Durchschnitt der Eurozone beim Strom etwa 13% ausmacht - die Luxemburger zahlen im Durchschnitt einen Endpreis von 16,8 Cent je Kilowattstunde gegenüber 19 Cent für den europäischen Durchschnitt -, so ist die Preisdifferenz beim Erdgas - Luxemburg: 53,90 Euro pro Megawattstunde gegenüber 70,90 Euro im Durchschnitt der Euroländer - noch größer.

Einen wesentlichen Anteil am vergleichsweise niedrigen Niveau der in Luxemburg geltenden Preise haben die eher bescheidenen Gebühren und Steuern, wobei in Luxemburg u.a. ein verhältnismäßig niedriger Mehrwertsteuersatz von 6% gilt, während in den meisten Euroländern die Mehrwertsteuer auf Energielieferungen bis auf 20% ansteigt.
Trotz beschränktem Marktvolumen im europäischen Durchschnitt

Ausdrücklich hält das ILR fest, dass die Preise in Luxemburg auch ungeachtet von Gebühren und Steuern in etwa dem Niveau der Nettopreise im Durchschnitt der Eurozone entsprechen. Die luxemburgischen Verbraucher haben also keineswegs darunter zu leiden, dass ihre Versorger im Vergleich zu ungleich größeren Anbietern mit eher bescheidenen Volumen zurechtkommen müssen.

Mehr Transparenz erwünscht

Einen Schwachpunkt im luxemburgischen Energiemarkt hat das ILR dennoch ausgemacht: die Angebote der verschiedenen Versorger lassen sich nur sehr schwer untereinander vergleichen, so dass im Markt die eigentlich wünschenswerte Transparenz fehlt. Dies wiederum zwingt die Verbraucher, bei der Wahl ihres jeweiligen Versorgers genau hinzusehen und größte Umsicht walten zu lassen, wenn sie denn sichergehen wollen, das für ihre jeweilige Situation am besten geeignete Angebot zu nutzen. Weil die Bedingungen für einen etwaigen Wechsel des Versorgers klar geregelt sind und auch keinerlei nennenswerter zusätzlicher finanzieller Aufwand zu befürchten sei, rät das ILR den Verbrauchern ganz eindeutig, sich für die jeweils günstigsten Angebote zu entscheiden. Konkurrenz belebt auch hier ganz klar das Geschäft und sorgt für langfristigen Ausgleich.