LUXEMBURG
MARA KROTH/ALIÉNOR DIDIER

„Ideation Camp“: wo „großartige Dinge geschehen und Erwartungen übertroffen werden“

Das „Ideation Camp“, ein 72-stündiger praxisorientierter Workshop rund um das Thema „Entrepreneurship“, fand Ende Oktober schon zum dritten Mal an der Universität Luxemburg statt. Die Teilnehmer kamen mit innovativen Ideen, schlossen sich zu Teams zusammen, um diese weiterzuentwickeln und stellten ihre Projekte am letzten Tag einer Jury aus Experten vor - um idealerweise als bestes Team aus dem „Ideation Camp“ hervorzugehen.

Insgesamt 49 Teilnehmer, darunter Studierende unterschiedlichster Studiengänge, Mitarbeiter der Universität, sowie Doktoranden luxemburgischer Forschungszentren, nahmen am Workshop teil. Seit seinen Anfängen vor einem Jahr wächst die Teilnehmerzahl des „Ideation Camps“ stetig

Daniel Rhodes aus Brooklyn, der seinen Master in zeitgenössischer europäischer Philosophie an der Universität Luxemburg absolviert, war Teil des Gewinner-Teams dieser dritten Auflage: „Just cook it!“. Die sechs Studierenden unterschiedlicher Nationalitäten konnten sich mit ihrem modernen System für Verkaufsautomaten unter insgesamt neun Teams durchsetzen. Dank dieses Systems wären auch außerhalb der Ladenöffnungszeiten in Luxemburg noch frische Lebensmittel zugänglich und Rezepte passend zu den Lebensmittelsets über eine App abrufbar. „Es war sehr bereichernd am ,Ideation Camp‘ teilzunehmen“, berichtet Daniel. „Den Erfolg von ,Just cook it!‘ haben wir auch der großen Unterstützung des Incubator-Teams und der Mentoren zu verdanken. Durch die Teilnahme konnten wir wertvolles Wissen in puncto Teamwork und Entrepreneurship erlangen und hatten dabei sehr viel Spaß!“

Mentorin Cherine Makram verbrachte mit ,Just cook it!‘ viel mehr Zeit, als für das Mentoring vorgesehen - ein Investment, von dem die Teammitglieder weit über die
Veranstaltung hinaus profitieren werden. „Meine Expertise im Bereich Sales und mein Wissen aus der Arbeit für
Fortune 100 Unternehmen habe ich versucht, an die Teilnehmer weiterzugeben“, so die selbstständige Vertriebsexpertin. „Das zusätzlich vermittelte Set an Schlüsselqualifikationen wird den Studenten auch nach ihrem Abschluss weiterhelfen.“

Aktive Unterstützung

Die zahlreichen Mentoren aus dem luxemburgischen Startup Ecosystem, die die fleißigen Unternehmer in spe bei ihren Projekten auf freiwilliger Basis unterstützen, leisteten einen besonderen Beitrag zum interaktiven Entrepreneurship-Workshop.

Das „Ideation Camp“ setzt auf Team-Mentoring: Jeweils zwei Mentoren besuchen je ein Team, um diesem als externe und objektive Experten bei der Weiterentwicklung der Idee zu assistieren. Sofern möglich werden die Mentoren entsprechend ihres beruflichen Hintergrundes den verschiedenen Projekten zugeteilt. Sie steuern außerdem komplementäre Expertise zu der des Teams bei und geben den Teilnehmern in allen Punkten Hilfestellung, in denen diese alleine nicht weiterkommen.

Später stellen die Teams ihre Projekte einer Gruppe von 15 bis 20 Mentoren vor und bekommen so die Chance, auch von diesen wertvolle Tipps zu erhalten. Das Gruppen- Mentoring bietet den Teilnehmern eine Vielfalt an Wissen von Experten aus den Bereichen E-Commerce, Business Development, Entrepreneurship-Support sowie Patent- Schutz und Verwertung.

„Patente sowie der Schutz des geistigen Eigentums sind ein wichtiges Thema für junge Unternehmer beziehungsweise Forscher, welches bei der Umsetzung von Forschungsergebnissen in marktfähige Produkte noch zu oft vernachlässigt wird“, erklärt Dr. Serge Quazzotti, Direktor des IPIL, das gleich drei Mentoren stellte. „Die Digitalisierung stellt außerdem ganz neue Herausforderungen in diesem Zusammenhang. Deshalb ist das „Ideation Camp“ für das IPIL ein exzellentes Forum, um junge Forscher der Universität zu dem Thema Patente und geistiges Eigentum zu sensibilisieren und das richtige Verständnis darüber zu vermitteln.“

Mentor werden - dafür gibt es viele gute Gründe

Die Beweggründe als Mentor am „Ideation Camp“ teilzunehmen sind vielfältig: Einige Mentoren haben den Wunsch, jungen Menschen etwas zu geben, das sie sich selbst in jüngeren Jahren erhofft haben: einen erfahrenen Mentor, der ausschlaggebende Impulse für die berufliche Entwicklung setzt.

Andere schätzen den Austausch mit motivierten jungen Menschen, so Brice Dondelinger. Der Geschäftsführer von Spoticle betreute die Teams bis 3.00 nachts bei der Vorbereitung auf die finalen Pitches: „Es war belebend und motivierend zu sehen, dass die Universität Luxemburg ihren Reichtum an Talenten und Ideen fördert. Durch das ,Ideation Camp‘ bietet die Universität ihren Studierenden deutlich mehr, als die gewohnten Standards, um Fähigkeiten zu vermitteln, die ihnen im Laufe ihres Lebens sehr nützlich sein werden. Es ist der beste Beweis dafür, dass, wenn junge, kreative Köpfe auf ihrem Weg zum Erfolg begleitet werden, großartige Dinge geschehen und Erwartungen übertroffen werden.“ Einige Mentoren sind seit der ersten Edition des „Ideation Camps“ dabei. Das zeigt die Wertschätzung studentischer Geschäftsideen, die später - dank der Projekt-Betreuung durch den Inkubator der Universität - die luxemburgische Startup-Szene und Wirtschaft bereichern sollen. Diese Investition in die Zukunft Luxemburgs motivierte auch Luxinnovation ,die dritte Edition des Entrepreneurship-Workshops mit ihrem Start-up Support-Team zu unterstützten, wie Mentorin Stéphanie Silvestri erklärt: „Mit dem Ziel unternehmenswillige Studenten zu fördern, ist der ,University of Luxembourg‘ Inkubator ein wichtiger Player im luxemburgischen Startup Ökosystem. Für Luxinnovation ist es von großer Bedeutung bei Initiativen, die das Unternehmertum fördern, teilzunehmen und somit wissensbasiertes Wachstum zu unterstützen, insbesondere bei einem solch starken Eckpfeiler und Partner für Tech-Transfer in der Startup-Szene.“

Das nächste Ideation Camp wird vom 6.-9. März 2019 am University of Luxembourg Incubator stattfinden.


Mehr Informationen unter:

wwwfr.uni.lu/formations/incubator