LUXEMBURG
PASCAL STEINWACHS

CSV stellt weitere Punkte ihres „Plang fir Lëtzebuerg“ vor

Den ersten Teil ihres „ E Plang fir Lëtzebuerg“ betitelten Wahlprogramms stellte die größte Oppositionspartei am 18. Juli vor, den zweiten Teil stellte sie gestern vor, und den dritten und letzten Teil will sie am 10. September vorlegen, derweil das Wahlprogramm in seiner Gesamtheit ja sowieso erst nach den Sommerferien vorgestellt werden soll, nämlich am 15. September im Rahmen eines Wahlkongresses. Die christlich-soziale Wahlkampagne wird indes am 7. September präsentiert, so dass die CSV sich auch über das erwünschte Medienecho sicher sein kann.

„Mangelnde mangelnde Unterstützung“

Umfasste der erste Teil des „Plang fir Lëtzebuerg“ die soziale Gerechtigkeit, den Gesundheitssektor, die Renten, die mittelständischen Unternehmen, die Digitalisierung, die Integrationspolitik, den Wohnungsbau und die Gemeindepolitik, so stellten CSV-Spitzenkandidat Claude Wiseler, Parteipräsident Marc Spautz und die für die Schulpolitik zuständige CSV-Abgeordnete Martine Hansen gestern Schwerpunkte aus den Bereichen Bildung, Landesplanung und Mobilität sowie Europa vor.

Verbessert worden ist der zweite Teil des CSV-Wahlprogramms aber anscheinend nicht, befinden sich doch direkt auf der ersten Seite - und ausgerechnet im Kapitel zur Bildungspolitik - mehrere Fehler in einem Satz („Es kann durch mangelnde mangelnde Unterstützung, dazu kommen dass, diese Schüler selbst zu einem Faktor hinter diesen Ungleichheiten werden („Phénomène de banlieusation“)“), so dass man gar keine Lust mehr hat, den Rest auch noch zu lesen.

Was nun die gestern vorgestellten Häppchen aus dem Wahlprogramm anbelangt, so strebt die CSV im Kapitel der gerade erwähnten Bildungspolitik unter anderem „das Erlernen der englischen Sprache bereits ab der 7. Klasse“ an, derweil aber auch die luxemburgische Sprache gefördert werden soll, und die Schüler ein Anrecht auf kostenlose Hausaufgabenhilfe erhalten sollen. Der frühere Nachhaltigkeitsminister Claude Wiseler kritisierte seinerseits, dass auf dem Gebiet der Landesplanung in den vergangenen fünf Jahren „nicht genügend Konkretes“ passiert und „wertvolle Zeit“ verloren gegangen sei. Mit der CSV würden sämtliche Autobahnen auf sechs Spuren ausgebaut werden. Präsident Spautz sprach sich indes für „ein soziales und nachhaltiges Europa“ aus, und kündigte an, die Fidesz-Partei des ungarischen Premiers Victor Orban auf dem nächsten EVP-Kongress im November in Helsinki aus der Europäische Volkspartei rausschmeißen zu wollen. Generalsekretär Laurent Zeimet hatte zu Beginn der Pressekonferenz übrigens noch einmal vor dem „Schreckgespenst“ einer Fortsetzung der Dreierkoalition gewarnt, so dass derjenige, der Claude Wiseler als nächsten Premier sehen wolle, am 14. Oktober auch die CSV wählen müsse...