PATRICK VERSALL

Kinderautorin Arlette Schroeder-Hansen

Luxemburg Sie fühlt sich geschmeichelt, wenn man sie in eine Reihe mit bekannten luxemburgischen Kinderautoren stellt, da sie sich noch immer als Laie im Literaturbetrieb betrachte: Arlette Schroeder-Hansen. Die ausgebildete Erzieherin hat vor einigen Monaten mit dem Kinderbuch „De Flip, den Dropsi an d’Drëpsi op grousser Rees“, der sich auf der Longlist des Lëtzebuerger Buchpräis 2014 wiederfindet, ihren literarischen Erstling abgeliefert, in dem sie drei Regentropfen auf ihrer Reise um den Globus begleitet und damit jungen Lesern nicht nur eine spannende Geschichte liefert, sondern ihrer Leserschaft auch den Zyklus des Wassers erläutert.

Arlette Schroeder-Hansen möchte Geschichten verfassen, die einerseits die junge Leserschaft unterhalten, andererseits aber auch einen gewissen pädagogischen Wert enthalten. Von den Werken vieler Kollegen unterscheidet sich ihr Debütwerk in zweifacher Hinsicht: Im Buch über die drei Regentropfen findet der Leser neben der luxemburgischen auch die deutsche bzw. die französische Fassung der Kindergeschichte. Außerdem stammen alle Illustrationen aus der Feder der Autorin. Dass sie selber zum Malstift griff, erklärt sich u.a. damit, dass sie die Geschichte anfangs nur für ihr Enkelkind verfasst hatte und eine Veröffentlichung gar nicht geplant war. Das war vor vier Jahren.

Kleintiere im Mittelpunkt

Wie sie auf die Idee kam, eine Geschichte über drei Regentropfen auf großer Fahrt zu erzählen, kann sich die Autorin nicht mehr erinnern. „Ich mag es seit jeher, Geschichten zu erzählen und mit der Sprachen zu arbeiten“, erklärt Schroeder-Hansen. Wieso das Buch dann doch jetzt in den Bücherregalen der Händler steht, das weiß sie aber genau zu berichten.

Sie habe irgendwann einen Buchhändler darauf angesprochen, ob es vielleicht eine Leserschaft für ihre Geschichte geben würde, der die Frage bejahte. Dann sei sie der in Mersch ansässigen Verlegerin Jeanny Friederich-Schmit auf einer Ausstellung begegnet und habe diese in ein Gespräch über das Buch verwickelt, erinnert sich Arlette Schroeder-Hansen.

Da die Verlegerin Interesse an der Geschichte zeigte, hat die Autorin ihr das Manuskript zukommenlassen. Hätte die Verlegerin aus Mersch den Text nicht herausgebracht, so wäre das Manuskript wieder zurück in eine Schublade gewandert. „Ich hätte mich nicht auf die Suche nach einem Verleger gemacht“, so die Mutter der drei Wassertropfen. Schroeder-Hansen hat nun aber Blut geleckt und ist dabei, das zweite Buch fertigzustellen, das um das Thema „Umweltverschmutzung“ und ihre Folgen für die in freier Wildbahn lebenden Tiere dreht.

Im Mittelpunk stünden verschieden Kleintiere, die sich in der Nähe eines Weihers angesiedelt haben und schlechte Erfahrungen mit Unrat machen: Tiere, die in Getränkedosen beißen oder sich in Plastiktüten verheddern.