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CHRISTIAN BLOCK

„Fonds National de la Recherche“ begeht kommende Woche seinen 20. Geburtstag - 72 Millionen für 260 Forschungsprojekte in 2018

Im ersten Jahr des neuen Vierjahresvertrags zwischen dem „Fonds National de la Recherche“ (FNR) und Regierung hat die Forschungsorganisation 260 von 735 Forschungsprojekten bewilligt und dafür 72,1 Millionen Euro bereitgestellt. Auch wenn der Forschungsstandort Luxemburg im Vergleich zum Ausland gewissermaßen „spät dran“ sei, so „sind wir doch dabei, in großen Schritten vorne mit dabei zu sein“, meinte gestern FNR- Generalsekretär Marc Schiltz anlässlich der Vorstellung des Jahresberichts für das vergangene Jahr.

Ziel des FNR ist, Forschung zu fördern und langfristig ein hochwertiges Forschungssystem aufzubauen. Dazu finanziert das FNR Forschungsprojekte, stellt Doktoranden und Postdoktoranden Stipendien zur Verfügung oder lockt Forscher ins Großherzogtum. Darüber hinaus informiert der FNR auch über die in Luxemburg geleistete Forschungsarbeit und will Interesse wecken.

Fast ausschließlich öffentliche Gelder

Die Mittel, die der FNR verteilt, stammen fast ausschließlich aus öffentlichen Geldern und zu einem kleinen Teil von der EU-Kommission. Für den Zeitraum zwischen 2018 und 2021 sieht der Vierjahresvertrag staatliche Zuwendungen in Höhe von rund 265 Millionen Euro vor. Nach Bereichen aufgeschlüsselt wurden 2018 Forschungsprojekte im Bereich der Biomedizin mit 17 Millionen Euro bewilligt, 15 Millionen Euro für Projekte in der Informatik- und Kommunikationsforschung, fast 17 Millionen Euro für die Materialwissenschaften, fast zehn Millionen für humanwissenschaftliche Projekte, rund sieben Millionen im Bereich Umwelt und weitere sieben Millionen für Projekte aus verschiedenen anderen Bereichen wie Mathematik oder Jura.

Schiltz räumte gestern ein, dass „es nicht ganz so einfach ist, ein Projekt finanziert zu bekommen“, weil man an hohen Qualitätskriterien festhalten wolle. Mit einer Erfolgsquote von 36 Prozent liege man aber größtenteils über Werten im Ausland. Zu den Projekten, mit denen der FNR die Wissenschaften und Forschung fördert, gehören beispielsweise die „Researcher’s Days“, die 2018 an zwei Tagen fast 6.500 Besuchern einen Austausch mit Forschern aus vielen Bereichen boten. Die Webseite science.lu zählte indes an die 323.000 Besucher. In diesen Bereich der Öffentlichkeitsarbeit investierte der FNR 2018 zwischen drei und vier Millionen Euro.

Kommende Woche feiert der FNR übrigens, zurückgehend auf das Gesetz vom 31. Mai 1999, seinen 20. Geburtstag. Verwaltungsratspräsidentin Véronique Hoffeld sprach gestern von einer „enormen Evolution“ binnen der vergangenen zwei Jahrzehnte, in denen über 3.000 Projekte finanziert wurden. Sie hob bei dieser Gelegenheit auch das positive Abschneiden Luxemburgs im 2018er „European Innovation Scoreboard“ der EU-Kommission hervor. Das sei eine internationale Anerkennung.

fnr.lu - science.lu